Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1915)
- Date
- 1915-06-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2292929-2292942-2292949--00796-2294040- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Biblische Motive in Goethes ״Faust“. 279 Hausgeräte fort wegen der Unreinheit; denn ich bilde keine Ausnahme (vgl. מהרש״א a. a. 0.). Andererseits aber auch bitte ich diejenigen, die über mich strenge zu Gericht sitzen, ״bereitet einen Stuhl für Hiskij a, den König von Juda, der gekommen ist!“ Setzet ihn neben mich und zieht eine Parallele zwischen seiner und meiner Handlungsweise, dann werdet ihr finden, daß derjenige leichtfertig urteilt, der für die durchaus gleiche Handlung den einen erhebt und den anderen verurteilt. Vergöttert mich nicht und schmäht mich nicht, sondern sehet in mir nur einen Menschen, der aufrichtig und ehrlich nach bestem Wissen und Gewissen handelte und der gleich Hiskija nur das Wohl seines Volkes erstrebte. Das war Rabbi Jochanan ben Sakkais letzte Bitte an seine Sc hüler. Biblische Motive in Qoethes ״Faust".1) Von Dr. Leo Deutschländer, Berlin. II. Neuere Untersuchungen haben das Bild einer zweiten alttestamentlichen Gestalt in den Vordergrund der Faustforschung gerückt und ihr gewichtige Probleme gestellt. In seinem tiefgründigen Werk ״Faust und Moses“ hat im Jahre 1912 Professor Konrad Burdach in drei Vorträgen an der Berliner Akademie der Wissenschaften den großen Einfluß von Moses Persönlichkeit auf Goethes Dichtung nachzuweisen gesucht2). Nicht wie sie aus dem Buch der Bücher allein entgegentritt, sondern wie altjüdische, frühchristliche und mittelalterliche Tradition sie ') Vgl. Jesch. II 3. a) Sitzungsberichte der Kgl. Preuß. Akademie der Wissenschaften, Berlin 1912. 19*