Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1915)
- Date
- 1915-06-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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2J4- Rabbi Jochanan ben Sakkais letzte Bitte an seine vScbüler. einem Siege reden? Er hätte ja gar nicht zu kämpfen gehabt, und wo kein Kampf, ist auch kein Sieg, wo kein Kraftaufwand nötig, da gibt es auch keinen gewollten und bewußten Widerstand. Dali der für das Schöne empfängliche, in frischer Jugendkraft stehende Jüngling den sinnlichen Trieb nach langem Innern Kampf, in dem er fast unterlegen, schließlich überwunden und sich selbst wiedergefunden hat. das macht ihn uns zu einem erhabenen Vorbilde, zu dem wir mit Verehrung emporsehaueii, dem die Nachwelt mit Hecht den schmückenden Beinamen הצדיק verliehen hat. : 1::.: Rabbi Jochanan ben Sakkais letzte Bitte an seine Schüler. Von Dr. C11. Lauer, Zürich. Von dem großen Thorafürsten und Geisteshelden Rabbi Jochanan benSakkai, einem der jüngsten, aber auch einem der großten Schüler Hillels (Jer. Nedarim V), in dem die ״Weisheit verkörpert“ war (vgl. Sota 49 a). wird uns im Talmud (Berachoth 28b, vgl. Aboth di R. Nathan XXV) folgendes erzählt: Als Rabbi Jochanan ben Sakkai auf dem Sterbebette lag, gingen seine Schüler zu ihm. um ihn zu besuchen. Als er sie sah, brach er in Tränen aus. Seine Schüler sprachen zu ihm: ,Leuchte Israels, rechte Säule, starker Hammer! (Anspielungen auf R. Jochanan ben Sakkais große Verdienste um die Erhaltung des jüdischen Volkes) warum weinst du?“ Er antwortete: .,Wenn man mich vor einen König von Fleisch und Blut führte, der heute hier ist und morgen im Grabe ruht, dessen Zorn, wenn er über mich zürnt, kein ewiger Zorn und der mir das Leben nicht für immer zu rauben vermag, den ich mit