Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1915)
- Date
- 1915-06-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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rungen des Heldentums, der Herrsehertugend das Grundmotiv die Verherrlichung des idyllischen Friedens. Wir wissen wohl, daß man außerordentlich viele Stellen anführen kann, die auf den Grundton gestimmt sind: ״Gepriesen sei der Ewige, mein Fels, der meine Hände gelehrig macht für den Krieg und meine Finger für die Schlacht.“ Aber wir appellieren an alle, welche die heilige Schrift als Ganzes kennen und aus ihr das jüdische Gesamtempfinden abzulesen imstande sind, ob nicht diese Laute übertönt werden von den anderen: Daß ״nicht die Heeresmacht und nicht die Kraft, sondern der Geist Gottes“ den Sieg bringen soll, daß ״diese mit Wagen und jene mit Kossen, wir aber den Namen Gottes anrufen sollen“. Wie könnte auch ״für das kleinste unter allen Völkern“ der Krieg an sich erstrebenswert erscheinen. Ebensowenig darf aus dem Umstand, daß die Thora Vor- Schriften für das Verhalten im Kriege gegeben, geschlossen werden, daß sie den Krieg als etwas an sich Edles ansieht, als eine wohltätige Funktion des Volkskörpers. Dann könnte man auch aus dem Gesetze über den Sklaven schließen, daß der Thora das Ideal des Universalismus, der Gedanke, daß alle Menschen vor Gott gleich sein sollen, fremd gewesen. Das Gesetz der Thora gibt Normen für die Verhältnisse, wie sie in Wirklichkeit sind, für den Menschen, wie er ist. Da im Leben der Völker die Sklaverei eine so bedeutsame Kölle spielte, so konnte diese Institution nicht einseitig im jüdischen Staatsleben aufgehoben werden. Da Kriege notwendig waren, so mußten für das Verhalten im Kriege bestimmte Normen aufgestellt werden. Der Krieg ist ein Unglück, ein Fluch, der über ein Land kommt, das ist jüdische Anschauung und das wird das Urteil eines jeden sein, der alle in Betracht kommenden Faktoren gleichmäßig berücksichtigt. Die Herrlichkeit des Krieges preisen die Kriegshetzer und die von ihnen Irregeleiteten, bevor sie die furchtbaren Leiden des Krieges wahrgenommen. Es rühmen ihn die späteren Generationen, die diese Leiden bereits vergessen. Und endlich die ״Heimkrieger“, die sich an den Kriegs-