Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1915)
- Date
- 1915-05-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Noch einmal Lev. XXII, 23. 241 ketten, äußeren wie inneren, der vollen Hingabe an das geineinsame Gottesgebot, und was sonst alles bei den Worten החדש חזה לכם des Juden Seele durchbebt, solch hohem Ideale gegenüber fand er sein Ich klein und eng. In solchem Lichte betrachtet, gibt uns unsere Agada einen bedeutsamen Fingerzeig. Wie kann deines eignen Herzens sittliche Kraft sich der vergleichen, die dir aus der Thora und ihrer Lehre entquillt? Alle sittlichen Güter kommen ihrer Macht nicht gleich. Hoch einmal Lev.?QCII, 23. Die Auseinandersetzungen des Herrn Dr. Kaatz über die halachisehe Auffassung von Levit. XXII, 23 Heft 1 des 2. Jahrg. des ״Jeschurun“ waren mir um so erfreulicher, als auch ich dieselbe stets so verstanden und erklärt habe. In einem Punkte jedoch weicht meine Ansicht von der seinigen ab, er sagt: ״Der Satz, wie überhaupt der ganze Abschnitt, spricht nur von Aitargaben. Daraus folgert die Überlieferung mit Recht, daß für Zwecke von Bedek habajith eine solche Beschränkung nicht besteht“. Das scheint mir nicht richtig zu sein. Die Deutung der Überlieferung beruht vielmehr darauf, daß sie, wie sie das häufig, sowohl in rein exegetischer Auslegung, wie zum Zwecke halachischer Begründung tut, Teile des Satzes doppelt genommen und den ganzen so verstanden wissen wollte: ״Und ein Ochs oder ein Lamm, an welchem ein Glied zu lang oder zu kurz ist, magst du zu freiwilliger Gabe oder als Gelübde nehmen. Du magst es zu freiwilliger Gabe machen oder als Gelübde — es wird nicht wohlgefällig auf genommen“. Der letzte Satz spricht dann von Altarweihungen, wie der erste ebenso deutlich von den sonstigen Zwecken der Tempelunterhaltung. Der Grundsatz, daß Worte und Satzteile in die Mitte der Rede gestellt, doppelt genommen, das heißt hinauf und hinuntergezogen werden können, ist eine auch von den rationellen Bibelauslegem an erkannte und häufig angewandte Regel. Sie ־wurde bereits berücksichtigt von Onkelos in der doppelten Übertragung des Wortes 1) ארור. M. 49,7; vgl. Joma 52b und Jeruschalmi Ab. Zara II 7 in bezug auf das Wort כשבלעם das. 34,7), gut verwertet von R. Samuel b. Meir zu 1. M. 36,12,