Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1915)
- Date
- 1915-05-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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236 Zwei rätselhafte Agadoth. wagte es ein ״irgend jemand“, dem Fürsten Israels solche "Worte entgegenzuschleudern? In Berachoth (17b), wo der Talmud das Gebet Rabbis ausführlich angibt, wird am Schluß angefügt: so betete Rabbi, ״obwohl eine Schutzwache ihn umgab“. Aus dieser Bitte Rabbis, daß Gott ihn vor Frechen, seien es Juden oder Nichtjuden, bewahre, und aus der Tatsache, daß ihm die Regierung Wächter stellte, ״die alle wider ihn sich Erhebenden strafen sollten“ (Raschi das.), ist ersiehtlieh, daß Rabbi stets von einem anklagenden Gerücht bedroht war. lind in der Tat wurde ihm, nach obiger Agada, von einem Unbekannten eine solche Beleidigung zugefügt. Ebenso mußte Rabbi Chijah, jener fromme, hervorragende Meister und Lehrer der Thora, von einem Unwürdigen solch verletzende Bezichtigung hören; beides Rätsel, die nach einer Deutung verlangen. Wir werden im nachfolgenden eine solche versuchen, legen ihr aber die Lesart des Jalkut Schimeoni zugrunde (Mischle 27), nach der man zu Rabbi sagte: Deine Mutter ist mein "Weib und du mein Sohn, und zu Rabbi Chijah: Dein Weib ist mein Weib, umgekehrt also wie die talmudische Version. (In Übereinstimmung damit bringt Meharscha in seinen Chidusche Agadoth die Lesart: ich danke es dem Gebet Rabbis, daß ich nicht ein Mamser wurde.) Tossaphot (Ab. S. 10b) führt einen Midrasch an: ״Als Rabbi geboren ward, hatte die Regierung die Beschneidung verboten. Aber seine Eltern beschnitten ihn dennoch. Da ließ man die Mutter und ihr Kind vor den Kaiser kommen; sie aber vertauschte ihn mit Antoninus, den sie säugte, bis daß er bei der Vorstellung als ein Unbeschnittener erfunden wurde und man sie unbehelligt ziehen ließ usf. Aus dem Midrasch ist ersichtlich, daß die Eltern des Antoninus schlichte Leute, Herbergsbesitzer waren. Aus diesem Vorfall, der später in die jüdische und außerjüdische Öffentlichkeit drang, wollten die Gegner Rabbis, die einem großen Manne j a niemals fehlen, einen Zweifel herleiten, ob er wirklich ein Sohn des Fürsten Rabbon Simon ben Gamliel sei; verändert sich doch das Aus־־ sehen von Kindern schnell, so daß es zuweilen schwer ist, sie