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Jeschurun · 1915-05-01 · Heft 5 (Mai 1915) · page 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 5 (Mai 1915)
Date
1915-05-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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235 Zwei rätselhafte Agadoth Zwei rätselhafte Rgadoth. Von Rabb. J. J. Jerusalimski, Ihumen. Durch die Ungunst der Zeitverhältnisse zu einem Galuth gezwungen und von meinem rabbinischen Wirkungskreis ferngehalten, möchte ich die widrigen Umstände mir zu יסורין של אהבה שאין בהן בטול תורה gestalten, d. h. zu solchen Leiden, die Gottes Liebe verhängt und die daher das Lehren der Thora nicht unterbrechen; ich möchte versuchen, meinen jüdischen Brüdern in Deutschland einige dunkle Erzählungen des Talmud zu deuten und in ihren geschichtlichen und ethischen Gehalt hineinzuleuchten. I. Der unbefleckte Adel der Abstammung Rabbis und Rabbi Chijahs. (Sabbat 72b). Jemand trat vor Rabbi und sprach: Dein Weib ist mein Weib und dein Sohn mein Sohn. Darauf sprach Rabbi: Willst du nicht einen Becher Wein trinken? Da trank er und es verstummte [wörtlich: es wurde zu nichts.] Jemand kam zu Rabbi Chijah und sagte: Deine Mutter ist mein Weib und du mein Sohn. Da sprach er zu ihm: Willst du nicht einen Decher Wein trinken? Da trank er und es verstummte. Darauf sprach Rabbi Chijah: Mir hat das Gebet Rabbis geholfen, daß nicht meine Kinder Bastarde werden; denn Rabbi pflegte nach dem Achtzehngebot zu sprechen: ״Es sei dein Wille, o Gott, daß du mich heute vor Frechen und vor Frechheit bewahrest“. Seltsam mutet diese Erzählung an. Wie in aller Welt wiederzuerkennen; zumal wenn die Rückkehr der Mutter von der sonst dem Festzuge voranging, nur nach Jerusalem bringen durfte (להוליכו), wenn man die Absage von dem Gott Israels auf dem Horn eintrug. Einleuchtend ist mir diese Erklärung nicht, denn wenn man die Erstlingsfruchte nicht nach Jerusalem bringen durfte, so lag auch keine Notwendigkeit vor, den zu diesen gehörigen Opferstier nach Jerusalem zu bringen. 16*

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