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Jeschurun · 1915-05-01 · Heft 5 (Mai 1915) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 5 (Mai 1915)
Date
1915-05-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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228 Charakterbilder unserer großen Gesetzlehrer. der Erschließung der Schätze der Geniza1) bekannt gewordenen Materials. 1. Jekudai Gaon. Eine der hervorragendsten Erscheinungen aus der Blütezeit der geonäischen Periode ist Jehudai ben Na chm an (c. 760). Zum Gelehrtenkollegium der Schule von Pumbadita gehörend, hatte ihn der gelehrte, energische und auf das Wohl der Akademien sehr bedachte Exilarch Salomon b. Chisdai an die Spitze der damals verwaisten Metibta von Sura berufen. Jehudai war blind, aber dieser Mangel ward reichlich aufgewogen durch hohe Gaben des Charakters und des Geistes. Er erfreute sich des größten Ansehens, und seinen Aussprüchen wurde eine autoritative Bedeutung beigelegt. Mit Anwendung der bekannten Euphemie für das fehlende Augenlicht wird er als die *Leuchte der Welt (נהורא דעלמא)“, zugleich auch als der ,.reine“ und ״heilige“ bezeichnet. Eine begeisterte Schilderung von ihm entwirft einer seiner Schüler aus Palästina. Das ist um so bemerkenswerter, als die Juden dieses Landes die geistige Abhängigkeit von der ״G01aw und ihren Lehrern bitter empfanden. In einem Responsum betreffs der Rezitierung des Schema in der Keduscha an allen Tagen, mit Ausnahme der Sabbate und Feiertage, wird von der frommen Übung der besonders Eifrigen (וחיקים) gesprochen, zu denen vor allem R. Jehudaizurechnen sei. ״Denn seines gleichen hat es seit vielen, vielen Jahren bis jetzt nicht gegeben: er war groß in Kenntnis der Bibel, der Mischna, des Talmud, der halachischen Midraschim, der Tosefta. der Agadot. wie in der praktischen Halacha. Niemals lj Mit ,,Geniza“ (von hebr. גנז) bezeichnet man die Funde einer überaus großen Anzahl höchst wertvoller Manuskripte aus der früheren und mittelalterlichen jüdischen Literatur, die seit Jahrhunderten auf dem Boden einer Synagoge in Fostät bei Cairo aufbewahrt wurden. Die Hebung dieser Schätze, die unter Anderem, das hebr. Original eines Bruchstückes des Sirachbuches enthielten, verdanken wir besonders den bekannten. Gelehrten und Bibliophien Elkarn N. Adler in London und Prof. Salomon Scheeliter, jetzt Rektor des Rabb.־Sem. in New-York. Der größte Teil des Bestandes der Geniza ist von dem berühmten Bibliotheken in London, Oxford und Cambridge erworben, worden.

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