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Jeschurun · 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 4 (April 1915)
Date
1915-04-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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1g8 Jacob Bartb. saDg gipfelte nicht nur der Gottesdienst im engeren, sondern auch der in weiterem Sinne. Wie תירה רעברדה die Gotteslehre und der Gottesdienst auf traditionell-gesetzestreuer Grundlage aufzubauen sei, wie das ״Lernen“ Ausgangspunkt und Ziel jedes Studiums und alle anderen Wissenszweige nur Hilfsmittel zur tieferen Erkenntnis der Thora sein müßten, welche Wege zur Verteidigung des religiösen Erbes einzuschlagen seien und wie in der Wirksamkeit des Führers einer Gemeinde jedes Zugeständnis an den Zeitgeist verpönt sein müsse, wenn es den Forderungen der Ge־־ bote unserer Lehre widersprach, das sollte das Rabbinerseminar seine Jünger lehren. Aber ebenso hatte es Front zu machen gegen den ״ungarischen Chassidismus“. Es handelt sich natürlich dabei nicht um den Kampf gegen die letzten Endes für den Westeuropäer ungefährlichen Fanatiker im Osten, wenn diese dem Vorkämpfer ihrer Sache in Ungarn auch das Leben schwer genug gemacht haben und Esriel Hildesheimer in den Bann getan. Jener Richtung, galt es entgegenzutreten, die so nahe sie uns auch steht, wo es sich um die praktische Übung des Religionsgesetzes handelt, dennoch in manchen Anschauungen ihre eigenen, dem Gesamtgeist des Judentums fremden Wege geht, den Grundsatz für das gesetzestreue Judentum mit eiserner Energie zu verfechten, daß nicht nur als Kompromiß mit den Bedürfnissen des Tages, sondern aus dem innersten Wesen unserer Religion heraus die Erkenntnis gefordert wird, die Auseinandersetzung zwischen den Wahrheiten des Judentums und den Ideen der Zeit. Ein Grundsatz, der nicht etwa nur vor unseren Rationalisten, sondern auch in den Büchern verfochten wird, die alle Juden auf dem weiten Erdenrund mit Ehrfurcht nennen, wie in Rabenu Bechafs ״Herzenspflichten“. Wie jedem bekannt, der nicht nur dieses Buch lobt, sondern sich auch die Mühe nimmt, es zu lesen. Es ist jetzt nicht die Zeit und in diesem Aufsatz auch nicht die Gelegenheit, eine Geschichte der mannigfachen Widerwärtigkeiten zu schreiben, welche diese Haltung nach links

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