Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 4 (April 1915)
- Date
- 1915-04-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Jacob Barth. 199 und nach rechts dem Begründer des Rabbinerseminars und seinen Helfern gebracht. Aber der Mann, der dies Lebens־ prinzip der Anstalt nach beiden Seiten mit am entschlossensten gewahrt, das war Jacob Barth. Nach beiden Seiten: Erbitterung überkam ihn denen gegenüber, die wir als Gesinnungsgenossen hätten begrüßen müssen und die fort und fort uns Steine in den Weg warfen. Wenn etwa ein Mann, der seine hohe soziale Stellung nur seiner Bildung verdankte, einem Lamden, der viele Jahre eine ungarische Jeschiba besucht hatte, nur deshalb das Recht, in einer ״orthodoxen“ Gemeinde zu amtieren, versagte, weil er sein Doktorexamen gemacht. Oder wenn Menschen, die mit keinerlei Wissen von den Dingen beschwert, welche auch die jüdischen Exegeten des Mittelalters beschäftigt hatten, ihr von Sachkenntnis nicht getrübtes Urteil abzugeben sich er־ kühnten. Es waren scharfe Pfeile, die er da versandte, wenn er auch mit der Feder dies ״Oberrichtertum“ geißelte. Entschlossenheit aber nicht minder all denen gegenüber, die irgendwie, ob von der ״Linken“ oder von der ״Mitte“ aus, der Reform Vorschub leisteten. Er ist schon als Student gegen manche Elemente aufgetreten, die seiner Überzeugung nach nicht in die Umgebung seines verehrten Lehrers gehörten. Er war ein entschiedener Befürworter des Austrittsgesetzes, weil dies Gesetz allein ihm die Möglichkeit zu verbürgen schien, daß die gesetzestreue Minderheit ihre Institutionen ausbauen und bewahren könnte, wie ihr Gewissen es ihr vorschrieb, und weil auch dort, wo die liberale Mehrheit der Minderheit die gebührenden Rechte einraumt. dies Zugeständnis nur aus der Kraft fließt, mit der das Austrittsgesetz die Minderheiten ausgestattet. Er konnte bei aller Verehrung für die ״Wissenschaft“ die Männer der Praxis innerhalb des Judentums nicht hoch genug rühmen: und wann immer nur ein Fest die Hörer des Seminars versammelte, zu dem Rabbiner sich als Gäste eingefunden, sein Toast galt immer den Kämpfern draußen, die mit Hingabe und Selbstopferung die religiösen Ideale zur Verwirklichung führten und wie der Felsen in brandenden