Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 4 (April 1915)
- Date
- 1915-04-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Jacob Barth. 189 die während eines großen Zeitraumes die Führerschaft in der Erforschung der hebräischen Sprache hatten, haben sie an Nichtjuden abgegeben. Vergessen ist, was ein Saadja, Ibn Ganach, Dunasch ben Labrat, Ibn Esra, Kimchi u. a. als Grammatiker und Exegeten durch die Schlichtheit und Gradheit ihres Forschens dem Judentum gegeben. Verloren gegangen darum auch der Sinn dafür, was die Sprachforschung als angewandte Wissenschaft für die Erklärung der Bibel, für die Grundlagen unserer Religion und darum für das wesentlichste Interesse der Menschheit bedeutet. Und damit haben wir klargelegt, daß Barths Forschungen, so sehr sie scheinbar der reinen theoretischen Wissenschaft zu dienen schienen, letzten Endes dem Judentum zugute kamen. Denn nur auf der Grundlage der Gesetze der Grammatik und der Syntax ist der Sinn der Worte der Bibel und der Zusammenhang in ihren Aussprüchen zu verstehen. * * * Barth war, wie bekannt, auch Exeget. Am Rabbinerseminar lag ihm neben dem Unterricht in der hebräischen Grammatik die Erklärung der biblischen Bücher ob (mit Aus- Schluß des Pentateuch, der D. Hoffmann להבהל״ם Vorbehalten ist). Es erscheint uns von besonderer Wichtigkeit, das Wesen seines exegetischen Unterrichts für ein späteres Geschlecht zu schildern. Barths Bild als Grammatiker ist für alle Zeit so klar im Buche der Geschichte dieser wissenschaftlichen Disziplin gezeichnet, daß es nicht unserer Mitarbeit bedarf. Die exegetischen Beiträge aber, die er herausgegeben hat, bieten in ihrer Kürze keine genügende Unterlage. Und es ist für die Geschichte des Judentums nicht gleichgültig, nach welcher Methode und in welchem Geiste Rabbinergenerationen des gesetzestreuen Judentums in die Kenntnis der Bibel eingeführt worden sind. Die Würdigung der Forschungs- und Unterrichtsmethode eines anderen kann nur der unternehmen, der in bezug auf den Charakter und den Wert dieser Methode einen eigenen Standpunkt hat. Vielleicht ist mein Standpunkt ein falscher. Ich