Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 4 (April 1915)
- Date
- 1915-04-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Jacob Barth.!87 wohl bedeutsamstes Werk: ״Die Nominalbildung in den semitischen Sprachen* hatte. Es erschien gleichzeitig mit dem Werk, das der gefeierte Pani de Lagarde über das gleiche Thema verfaßt hatte: ״Übersicht über die im Aramäischen, Arabischen und Hebräischen übliche Bildung der Nomina“. Lagarde, ein Mann von seltenem Umfang des Wissens und von oft genialer Einbildungskraft1), ist hier mehr der Typus des Sprachphilosophen. Er geht dem Sinn der verschiedenen Gruppen der Nomina nach und entwickelt daraus das Gesetz ihrer Bildung. Barth verfährt in viel höherem Maße rein induktiv. Auch das ״Warum“ kümmert ihn wenig. Er bringt sein schier unübersehbares Material und zeigt an der Hand der Beispiele: Eine jede Gruppe der Nomina gehört zu einer bestimmten Yerbalform, und in strenger Konsequenz herrschen diese und diese Bildungsgesetze. Gegen die nüchterne und kühle Betrachtungsweise, gegen ״diesen Mechanismus“ haben sich zu Anfang eine Beihe von Fachgenossen gewehrt. Aber Barths Werk hat sich durchgesetzt. Man braucht nur das bekannteste und verbreitetste Wörterbuch, den Gesenius-Kautzsch, aufzu־ schlagen, und fast auf jeder Seite begegnet uns der Name Barth (viel häufiger als der Lagardes) als Autorität und entscheidende Quelle. Wir haben bereits oben geschildert, welche bedeutsame Arbeit der Sprachforscher in der Aufdeckung der elementaren Gesetze des menschlichen Geisteslebens leistet. Das ist, wie erwähnt, an und für sich, und diente es keinem anderen Zwecke, ein Großes, daß uns die Möglichkeit gegeben wird, der wunderbaren Gesetzmäßigkeit inne zu werden, die, wie in der Bewegung der Himmelskörper, in dem Aufbau der Organismen, im Wachstum der Pflanzen und Tiere, im Entstehen und Vergehen des Menschenleibes, so auch in der höchsten Stufe נ) Seine Größe darf nicht verkleinert werden, trotz der Eigenheiten seines Charakters und seines geradezu pathologischen Antisemtismus. Vgl. A. Berliner, ״Paul de Lagarde nach seiner Natur gezeichnet־״ und D. Kaufmann, ״Paul de Lagardes jüdische Gelehrsamkeit״.