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Jeschurun · 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 4 (April 1915)
Date
1915-04-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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1S6 Jacob Barth. keit der Entzifferung der Literaturdenkmäler auch für den Kenner verwandter Sprachen steiniges Feld der semitischen Sprachforschung. Dem ״Arabisten“ Barth verdankt die Assyriologie die Entdeckung eines wichtigen Lautgesetzes. Eine erste Autorität hat es ausgesprochen: es sei eigentlich doch eine Schande, daß die Assyriologen nicht gesehen, was ein ״Außenseiter“ ihnen offenbaren mußte. Der Sprachforscher ist aber zugleich Forscher, Entdecker. Mit einem scharfen Sinn begabt, weiß er der Natur ihr Geheimnis abzulocken. Das ist ein Geschenk von oben, das nicht erworben werden kann, sondern mitgegeben sein muß. Am besten illustriert wird das immer noch durch die Erzählung, wie Newton das Gravitationsgesetz entdecktex) Millionen und Millionen hatten einen Apfel fallen sehen. Newton war es Vorbehalten, in diesem Vorgang das Gesetz zu erkennen, nach dem die Bewegung in der Welt sich regelt. Auf die Grammatik und Barth als Forscher angewandt: Wieviele Assyriologen hatten die Worte gelesen und an ihnen ihre Studien gemacht, und doch war ihnen jenes eben erwähnte Lautgesetz entgangen. Barths geschärfter, mit einer besonderen Fähigkeit ausgestatteter Blick drang hinter das tote Material, und es offenbarte sich ihm die lebendige Kraft des Naturgesetzes. Das alles ist nicht nur den Fachgenossen Barths bekannt, sondern jedem, der auch nur rezeptiv an den Ergebnissen der semitischen Sprachkunde teilnimmt. Zum Überfluß sei noch das Zeugnis eines bedeutenden Orientalisten beigebracht, der über den 39 jährigen gelegentlich in einer Kritik schreibt: ״Der Verfasser, als einer der gelehrtesten und scharfsinnigsten unter den lebenden Semitisten überall geschätzt“1 2). Die Exaktheit seiner Forschungsmethode fand ihren Lohn darin, daß ihre Ergebnisse allgemeine Anerkennung fanden, und zum eisernen Bestände der semitischen Sprachforschung wurden. Sehr charakteristisch ist hier das Schicksal, das sein 1j Ich weiß wohl, daß diese Erzählung jetzt als Legende erkannt ist. 2) August Müller, Theol. Literaturzeitung 1891, S. 345.

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