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Jeschurun · 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 4 (April 1915)
Date
1915-04-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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Jacob Barth. 185 ist Jacob Barth gewesen. Da ־unsere Ausführungen für den Gesamtkreis unserer Leser bestimmt sind1), so können wir das Bild seiner wissenschaftlichen Bedeutung hier nur iu allgemeinen Umrissen geben. Iu einer früheren Zeit, da auch in der Sprachkunde die Naturphilosophie herrschte und man der Meinung war, man könne die Gesetze der Sprache aus allgemeinen Erwägungen ableiten und dem Ursprung der Worte durch geistvolle Kombinationen auf den Grund gehen, war es möglich, die Anschauung zu vertreten, der Sprachschatz und die Gesetze des Sprachbaus wären aus der zu behandelnden Sprache selbst zu erschließen und von einem Forscher, der nur die Kenntnis dieser Sprache mitbringt, zu erklären. Über manche Irrwege ist unsere Zeit zu der Erkenntnis gelangt, daß wie alle produktive Forschung sich nur auf dem Material einer großen Summe von Einzelergebnissen auf bauen kann, so auch die Sprachforschung völlig in der Luft schwebt, wenn sie nicht das Sprachgut berücksichtigt, das in allen verwandten Sprachen eines großen Sprachgebiets niedergelegt ist. Wer z. B. hebräische Grammatik, hebräische Ethymologie treiben will ohne Kenntnis aller anderen semitischen Sprachen, wird vielleicht hie und da eine glückliche Entdeckung machen. Einem Gesetz, einem Naturgesetz dieser Sprache wird er nie nachspüren können. Der Sprachforscher muß also ein Gelehrter sein, in dem Sinne, wie wir das Wort gewöhnlich verstehen, eine außerordentlich große Fülle positiver Kenntnisse besitzen. Ein solcher Gelehrter war Barth. Wie all unsere großen Gelehrten zeichnete er sich in einem Spezialgebiete aus. Das Arabische war seine Domäne. Aber dafür, daß er auch in den anderen semitischen Sprachen heimisch war, sei ein Beispiel erbracht, dessen Bedeutung auch dem Laien einleuchten wird. Die Assyriologie ist ein spät erschlossenes und wegen der Schwierig- *) Für die philologisch Geschulten soll später eine Skizze aus der Feder eines Semitisten folgen. 13

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