Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 4 (April 1915)
- Date
- 1915-04-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Jacob Barth.!83 oder Kugel sei, die vielen Zeitgenossen des Kolumbus wohl auch sehr überflüssig erschien, zur Entdeckung Amerikas geführt und die Erörterungen darüber, ob das Auge das Licht reflektiere, zur Erfindung des Augenspiegels und damit zur Kettung von Hunderttausenden, die ohne ihn der Blindheit hätten verfallen müssen. Aber was die Durchforschung der Sprachen seit Jahrtausenden untergegangener Völker für die Erhöhung unseres Daseins bedeutet, das leuchtet ihm nicht ein. Dazu kommt, daß in bezug auf manche wissenschaftlichen Gebiete, soweit sie sich ihm durch populäre Darstellungen erschließen, der Wechsel der Theorien sein Mißtrauen erweckt, daß das Streben vieler Gelehrten, auf der schmalen Basis des Erforschten einen Turm zu errichten, der bis in den Himmel ragt, um uns von der Spitze schauen zu lassen, was hinter allen Dingen liegt und über alle Erfahrungen hinausgeht, in ihm völlig falsche Vorstellungen über das Wesen und den Inhalt der Wissenschaft erweckt. An demBeispiel des Forschungsgebietes und derForschungsmethode Jacob Barths soll gezeigt werden, wie unzureichend diese Vorstellung ist. * * * '״ מה גדלו מעשיך הWie groß sind deine Werke, Gott!“ sorechen wir mit dem Psalmisten allwöchentlich. Bekannt ist, daß wir aus diesen und ähnlichen Schriftversen die Pflicht ableiten, uns in die Werke Gottes zu versenken. Der Naturforscher erfüllt eine religiöse Pflicht, wenn er tiefer in die Geheimnisse des Weltalls einzudringen sucht. Wunderbarer aber noch als der Bau des Makrokosmus, des Weltalls ist das Wirken und Weben im Mikrokosmus, wie der Mensch ihn verkörpert, und wunderbarer noch als der Bau seines Leibes sind die Naturgesetze, die in seinem Geistesleben herrschen. Sichtbar und zum Gegenstand der Forschung wird der Menschengeist aber vor allem in der Sprache. Was die Völker gedacht und was sie denken, ist aus ihrer Literatur zu erschließen, wie sie gedacht und wie sie denken, allein aus dem