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Jeschurun · 1915-04-01 · Heft 4 (April 1915) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 4 (April 1915)
Date
1915-04-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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78ב Die Ehrerbietung vor dem Brote. Genuß von Brot, das aus einer der fünf Getreidearten hergestellt ist, verrichtet. Der Segensspruch über das Brot hat auch den Vorrang vor allen andern, und an Sabbaten und Feiertagen, wo bei dem Weihegebet (קדוש) zuerst der Segen über den Wein gesprochen wird, soll das Brot bedeckt sein, damit es durch diese Zurücksetzung nicht beschämt werde. Bei der Benediktion lege man beide Hände auf das Brot: die 10 Finger der Hände sollen eine Erinnerung an die 10 Vor- Schriften sein, die wir von der Aussaat des Getreides bis zum Genuß des Brotes zu erfüllen haben (Schulchan Aruch Or. Chajim 167,4). Wenn du den Boden umpflügst, mahnt das Gesetz, nicht mit zweierlei Tiergattungen zu pflügen (V. B. M. 22,10). Wenn du die Saat ausstreust, so dürfen es nicht zweierlei Arten sein. (III. B. M. 19,19) Wenn du den Ertrag des Bodens erntest, so laß den Abfall, das Vergessene und die Ecke des Feldes für die Armen stehen (III. B. M. 19,9). Die Erstlingsfrüchte weihe Gott (V. B. M. 26,2), die Hebe und den ersten Zehnten gib den Priestern und Leviten (IV. B. M. 18,8 u. 26), den zweiten Zehnten bewahre auf, um ihn in Heiligkeit vor Gott zu genießen (V. B. M. 14,22 ff), und endlich mußt du, wenn du den Teig bereitest, noch die Challa absondern (IV. B. M. 14,20). — Sogar die Brosamen, die bei der Mahlzeit zur Erde fallen, sollen sorgsam aufgelesen werden; wenn es auch kein striktes Verbot ist, die kleinen Brosamen liegen zu lassen, so soll man sich doch auch davor hüten. Denn auch für diese geringfügige Verachtung der Gottesgabe trifft den Verächter die Strafe der Verarmung. Der Talmud führt eine eigentümliche Erzählung an (Chulih 105 b) von einem Manne, dem der Dämon der Armut nachstellte. Er konnte ihm aber nichts anhaben weil er immer sorgsam darauf bedacht war, daß auch die kleinsten Brosamen nicht verächtlich behandelt würden. Eines Tages aß er einmal sein Brot auf der Wiese, so daß die Beste ins Gras fielen. ״Jetzt wird er mir nicht entgehen!“ rief der Dämon aus, weil er glaubte, der Mann würde sich um die Brosamen hier nicht kümmern, so daß sie zertreten würden. Nach dem Mahle aber nahm er eine Schaufel, schaufelte das Gras

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