Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 4 (April 1915)
- Date
- 1915-04-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Psalter Davids im Wechsel der Tage. 167 können, und wie wir als Juden auch nicht den geringsten Anlaß haben, solche Spekulationen für mehr als müßige Hirngespinste zu halten. Denn gerade für dies Buch der Psalmen sind wir, wie mir scheint, dogmatisch an keinerlei Entscheidung interessiert. da ans eine einheitliche Tradition nicht bindet. Der Talmud a. a. 0. sagt: David schrieb das Buch der Psalmen durch Vermittelung von zehn Weisen, deren Person in der Lesart und der Deutung jedoch strittig sind, wie der Gang der talniudischen Erörterung und Tossaphot zur Stelle ergeben. Was der Sinn dieser Stelle ist, das ergibt deutlicher ein Midrasch liabba zu Koheleth 7,19: Zehn Männer haben Psalmen gesungen: nämlich Adam, Abraham, Mose. David und Salomo: über diese fünf ist keine Meinungsverschiedenheit. Wer aber sind die fünf anderen? Rab sagt: Asaph, Heman, Je־ duthun. die drei Söhne Korachs. die als ein einziger zählen, und Esra. Rabbi J och an an aber sagt. Asaph ist der anderweitig als ein Sohn Korachs genannte; und ebenso ist Jeduthun nur ein Titel, kein Name .... Rabbi Huna lehrte im Namen von Rab Acha: obwohl zehn Männer die Psalmen gedichtet, so gehen diese dennoch nicht auf ihren Namen, sondem alle auf den des Königs David. Ein Gleichnis dazu: da wollte eine Eeseil schalt von Männern dem Könige eine Hymne singen; da sprach der König: ״alle seid ihr sangbegabt, fromm und edel, würdig, mich zu besingen; aber jenen dort höre ich am liebsten, da seine Stimme so hold ist*; so: als zehn Männer einen Psalter schreiben wollten, sprach Gott: ״alle seid ihr sangbegabt, fromm und edel und darum würdig, mich zu preisen, aber David spreche für euch alle, ist er doch der ״liederholde Sänger Israels*. Dieser Midrasch ist außerordentlich interessant, er zeigt uns. wie unsere Weisen über das Verhältnis Davids zu anderen Psalmensängern dachten, als sei er nur ihr Wortführer, unter dessen Vorantritt auch ihrem Gesänge ein religiöser Adel zuteil wird. Wie alle Priester sich בקדושתו של אהרן geweiht fühlen, so alle Psalmendichter durch Davids Erwählung. Daß aber mit der Liste der in der Hauptstelle Baba Bathra genannten Zehn vom Talmud selbst nicht das letzte Wort gesprachen, das beweist Pesachim 117a. Dort werden über die Autorschaft des Hallel die widersprechendsten Meinungen geäußert, Chananjah. Mischael und Asarjah, die frommen Helden-