Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1915)
- Date
- 1915-02-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Arbeit nach innen. 97 Wir sehen aber aus der reichen Fälle der Betrachtungen und der Dichtungen über die Mas-saloth, wie tief und fest die Vorstellungen der alten astrologischen Überlieferungen wurzelten. So begreifen wir, daß ein ״guter Stern“ מזל טוב bis zum heutigen Tage gewünscht und ein ״schlimm Mas-sol“ die Bezeichnung von Mißgeschick geblieben ist. Möge ein מזל טובמ“ auch uns beschieden sein und Deutschland- Österreich-Ungarn siegreich und ruhmgekrönt aus den furchtbaren Kriegen hervorgehen, die Europa durchtoben, so daß die vereinten Völker einander zurufen können: מזל טוב! Arbeit nach innen. Von Dr. Isak Unna, Rabbiner in Mannheim. Die Entwicklung des jüdischen Volkes sollte zu allen Zeiten mehr nach innen als nach außen gerichtet sein. Der Auszug aus Ägypten, der die Geschichte Israels einleitet, war zwar ein Ereignis von weithin sichtbarer Bedeutung; aber dieses Ereignis war nicht die Folge eines nationalen Freiheitskampfes, sondern eine Wirkung des göttlichen Eingreifens, und nur in diesem Sinne lebte es fort in dem nationalen Bewußtsein des Volkes. Zudem war die sinaitische Offenbarung aufs engste damit verknüpft, und sie stellte Israel die Aufgabe, ״ein Reich von Priestern und ein heiliges Volk“ zu werden. Damit war es ausgesprochen, daß dieses Volk nicht durch glänzende Waffentaten seinen Platz in der Weltgeschichte erringen, nicht durch die Ausdehnung seiner Grenzen seinen Einfluß erweitern sollte, daß seine Bedeutung vielmehr auf geistigem und moralischem Gebiet liegen sollte.