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Jeschurun · 1915-02-01 · Heft 2 (Februar 1915) · page 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 2 (Februar 1915)
Date
1915-02-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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96 .טןל טוב land ist viel gesagt und vermutet worden. Noch immer sind die Akten nicht geschlossen. Man kann aber nach den jungsten Ergebnissen der Forschung (Eppenstein, Elbogen, Krauß, Feuchtwang) zusammenfassend sagen, daß Kahr sicher auch von Byzantinern, wenn nicht gar von ihnen am meisten beeinflußt worden war. Ob wirklich יקרית ספר der von ihm selbst erwähnte Geburtsort, Konstantinopel ist,bleibe dahingestellt. Für uns, und unser Thema ist es wichtig, daß er die Massaloth zum Gegenstand zweier seiner besten Gedichte gemacht hat. An einer Stelle, an der man es kaum vermuten würde, finden wir ebenfalls eine schöne Mas-saloth-Dichtung, in den Quinoth für den Vorabend des neunten Ab. Die Tal-Geschem-Gedichte Kalirs sind viel bekannter als das letzterwähnte Stück. Ich gebe es zur Illustrierung in deutscher Übersetzung: ״Unserer Sünden wegen wurde das Heiligtum zerstört, der Tempel verbrannt; das Land in Trauer gehüllt; auch das Heer des Himmels erhob Klagelieder. — Bitterlich weinten Jacobs Stämme; auch die Mas-saloth vergossen Tränen, Jeschuruns Fahnen umhüllten das Haupt, Siebengestirn und Orion verloren ihren Glanz. — Väter flehten, Gott erhörte nicht, Kinder schrien, der Vater vernahm es nicht Die Stimme der Heerde drang in die Höhe, der Hirte neigte nicht sein Ohr. — Mit Sack kleidete sich die heilige Nachkommenschaft, die Himmelsscharen selbst waren in Trauer gekleidet, Sonne und Mond waren verdunkelt, Planeten, Fixsterne und Massaloth (Tierkreis) verloren ihren Glanz. — Das Lamm weinte bitterlich, weil die Lämmchen zur Schlachtbank geführt wurden; es brüllte der Ochse in den Höhen, da schwere Bürde uns drückte. — Die Zwillinge erschienen voneinander gerissen, wie das Bruderblut floß; der Krebs drohte zur Erde zu fallen, da wir von Durst erschöpft waren. — Die Höhe erdröhnt von des Löwen Gebrüll, denn unser Heulen drang zur Höhe; die Jungfrauen und Jünglinge wurden erschlagen, drum verhüllte die Jungfrau ihr Antlitz. — Die Wage beugte sich, da Tod uns zugewogen war statt Leben; den Skorpion ergriff Angst und Leben, denn Schwert und Hunger uns unser Hort beschied. — ln Strömen flössen Tränen, denn des Bogens Zeichen wurde uns nicht gegeben; über unseren Häuptern schlugen Wasserwogen zusammen, beim vollen Eimer verdorrte unser Gaumen. — Wir brachten Opfer, sie wurden nicht angenommen, die Zicklein und Böcke hörten auf das Opfer; zarte Frauen kosten ihre Kinder, das Sternbild Fische schloß entsetzt das Auge. Poetisch steht dieses Stück höher als die gewiß kunstrollen Tierkreisdichtungen Kalirs.

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