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Jeschurun · 1915-02-01 · Heft 2 (Februar 1915) · page 39

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 2 (Februar 1915)
Date
1915-02-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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.מזל מרב 95 der Bedeutung der Gestirne in ihrer Erinnerung und holten sie bei Gelegenheit hervor. Die Dichter, insbesondere religiöser Poesien, fanden diese Gelegenheit bald. Originell waren sie darin nicht. Ihre Vorbilder konnten sie bei den Arabern und Byzantinern finden, von denen die ältesten wieder auf babylonisch-chaldäische Vorgänger und deren Traditionen fußen. Bei den Babyloniern gab es nämlich in alter Zeit schon eine ganze Gilde religiös-astronomischer Poeten, die sich ganz besonders mit der Bedingung der Planeten und der Sternbilder des Tierkreises beschäftigten. Bei den Arabern finden wir in den Sekten, welche den ״Lauteren Brüdern“ lange vorangingen, solche astrologische Poeten; später war es Abu Mashar, von dem unser Ibn Ezra seine astronomischen Kenntnisse holte. Ganz besonders ausgezeichnet in der Herstellung großer astrologischer Poesien waren die Byzantiner. Teuchros, der Baby- Ionier, der im ersten nachchristlichen Jahrhundert lebte und wirkte, ist sozusagen der Vater und Schöpfer des feststehenden Tierkreises, wie wir ihn dann bei Arabern, Juden, Byzantinern, Ägyptern, Griechen und Hörnern finden. — In Byzanz aber blühte diese Gattung Poesie ungeheuer. Tausende Verse wurden auf die Jahresmonate und deren Sternbilder ״verfertigt.״ ״Verfertigt״, denn von wirklicher Poesie kann da keine Hede sein. Einer der fruchtbarsten war Johannes Kamateros. Es wäre zu verwundern, wenn sich kein jüdischer Dichter gefunden hätte, der dem Beispiele dieser erwähnten Araber und Byzantiner gefolgt wäre. Dieser Dichter hat sich gefunden, und es ist kein geringerer als der berühmte Eleazar Kalir, von dem wir neben vielen, vielen anderen religiösen Dichtungen die Tal- und Ges ehern-Gedichte besitzen, welche wir am Pesach und Sukkoth (Schemini Azereth) im Mussaf-Hitus haben. Jedermann kennt diese kunstvollen, sprachlich hochinteressanten Gedichte. Sie besingen die zwölf Monate des Jahres, die zwölf Stämme Israels und die zwölf Tierkreisbilder. Alten und neuen Machsor-Ausgaben und -Handschriften ist jeder der 12 Strophen das entsprechende Tierkreisbild in effigie beigegeben. Über Kalirs Leben, Wirken, Heimat und Vater-

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