Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1915)
- Date
- 1915-02-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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94 .מזל טוב beweisen, der nach einem Berichte (Esther rabb. VII 11) nach vielen Versuchen den richtigen Moment für das Loswerfen gegen die Juden schließlich die Mas-saloth befragte; alle werden sie aufgezählt und als Omina für der Juden Schicksal ausgelegt; allerdings erfolglos. — Der Einzelmensch also hat sein Mas-sal: ebenso jedes Volk, jedes Land, jedes Ereignis im Leben des Individuums wie im Leben der Gesamtheit. Das geht so weit, daß der menschliche Organismus in seinen Teilen zu den Tierkreissternbildern in Parallele gebracht wird. Das geschieht schon im Midrasch Tadsche, ist in den Talmuden angedeutet und findet seinen Ausbau in Pirke di R. Eliezer und ganz besonders im hochinteressanten, wissenschaftlich noch immer nicht genügend gewürdigten Sefer Jezirah. Wohl hat ein nichtjüdischer Gelehrter diesem Büchlein vom Standpunkte der Mystik seine volle Aufmerksamkeit zugewandt, nämlich Freiherr von Thimus in seinem Werke ״Harmonikale Symbolik“ aber die kritisch-historische Erkenntnis wird in diesem apokryphen Werke noch manches zu entziffern haben. Nachdem im vierten Abschnitte des Jezirahbuches die Weltrichtungen besprochen sind, werden die sieben Planeten im Zusammenhänge mit den Tagen der Woche erörtert; schon hier werden die Augen, Ohren, Nase und Mund (sieben Öffnungen) mit jenen und den sieben Himmeln verglichen. Im fünften Abschnitte werden die zwölf Funktionen: Sehen, Hören, Riechen, Sprechen, Schlingen, Sexueller Trieb, Tat, Gehen, Zorn, Lachen, Denken, Schlafen und unmittelbar daran schließend die zwölf Tierkreisbilder eingehend besprochen. Das war damals und Jahrhunderte, Jahrtausende vorher Sprache der Religion und der Geschichte, der Gelehrten, Priester, Hofhistoriker. Erst spät verflüchtigte sie sich zu Symbolik, Poesie. Aber auch dann wurden die Zeichen und Andeutungen verstanden. Die Mas-saloth blieben bei der Masse des Volks, was sie waren; einflußreiche, heilige Mächte. Nichts, selbst der tiefste, echteste Gottglaube vermochte die Keime dieses immerhin auf Großes gerichteten seltsamen Glaubens zu vernichten. Auch erlesene Geister bewahrten das Bewußtsein von