Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1915)
- Date
- 1915-02-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2292929-2292942-2292945--00596-2293836- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Über Tierschutz nach den Lehren der Thora. 33 Glied“ zu genießen. Das Verbot ״ אותו ואת בנוMuttertier und Junges an einem Tage zu schlachten“ hat ebenfalls in der Tiere Leid seinen Grund, ״denn es ist kein Unterschied in bezug auf die Mutterliebe bei Tier und Mensch, denn die Mutterliebe ist nicht Sache des Verstandes, sondern Sache des Gefühls“. Auch in dem Gebot, die Mutter von den jungen Vögeln zu jagen, bevor man die junge Brut nimmt שילוח הקן, erblickt Maimonides im Gegensatz zur Ansicht des Talmuds eine Rücksichtsnah me auf den Schmerz der Tiere, ft. Samuel b. Meir erklärt das Verbot ״Koche nicht das Böcklein in der Milch seiner Mutter“, ebenfalls als einen von der Thora geforderten Schutz der Tiere, resp. als eine Verwarnung: Sei nicht lieblos und grausam gegen die Tierwelt. Bei den von uns angeführten Beispielen ist immer noch ein Zweifel zulässig, ob die Thora wirklich den Schutz der Tiere im Auge hat, da wir ja Gründe für die Gebote und Ver» bote der Thora nur dann als unbedingt richtig akzeptieren können, wenn die Thora selbst sie uns mitgeteilt hat. Die Be« gründung der Mizwoth, wie sie Maimonides gibt, hat ja bekannt» lieh sehr viele Anfeindungen erfahren. Trotz alledem dürfte das von uns Angeführte genügend Beweiskraft besitzen, um zu zeigen, daß dem Geiste des Judentums Tierquälerei fremd ist. Wir haben außerdem sehr viele Gebote und Verbote der Thora und andere Aussprüche der heiligen Schrift, welche uns deutlich zeigen, daß die Thora humane Behandlung der Tiere forderte, viele Jahrtausende, bevor irgend ein Tierschutzverein in die Erscheinung trat1). Die Thora macht es uns bei der Sabbatkheiligung zur Pflicht auch die Tiere an der Ruhe teilnehmen zu lassen mit der Begründung למק ינוח שורך וחמורך *) Der erste Tierschutzverein ״Society for the Prevention of cruelty to animals“ ist 1824 gegründet worden. Einer der Begründer war übrigens der Jude Louis Gompertz, welcher durch seine Schrift ״Moral Inquiries on the Situation of Man and Brutes“ die Anregung dazu gab. Gompertz war der Ansicht, daß es unerlaubt sei, die Tiere für menschliche Bedürfnisse zu benützen. Er aß deshalb nur Pflanzen* kost, fuhr auch in keinem Wagen.