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Jeschurun · 1915-02-01 · Heft 2 (Februar 1915) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 2 (Februar 1915)
Date
1915-02-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Über Tierschutz nach den Lehren der Thora. 81 flugel des Himmels und über alles auf der Erde sich regende Lebewesen. Und Gott sprach, siehe ich habe Euch alles samenbringende Kraut auf der Erde und alle samenbringenden Fruchtbäume zur Speise gegeben“ (1. B. M. I. 28,29). Tier- und Pflanzenwelt sind somit vom Weltschöpfer dem Menschen zur Dienstbarmachung für seine Zwecke übergeben. Diese Freiheit, welche der Schöpfer dem Menschen, den Tieren gegenüber einräumt, hat Schopenhauer veranlaßt, dem Judentum den Vorwurf zu machen, daß ״die Nichtachtung der Tiere in Europa aus dem Judentum stamme1״). Er hat sich von seinem Judenhasse so weit hinreißen lassen zu schreiben: ״Die vermeintliche Rechtlosigkeit der Tiere, der Wahn, daß unser Handein gegen sie ohne moralische Bedeutung sei oder wie es in der Sprache jener Moral heißt, daß es gegen die Tiere keine.Pflichten gebe, ist geradezu eine Roheit und Barbarei des Okzidents, deren Quelle im Judentum liegt“2 *). Mag diese Äußerung noch der Unwissenheit zugeschrieben werden, so ist die folgende Behauptung offenbar gegen besseres Wissen aufgestellt, und lediglich vom Hasse gegen das Judentum diktiert und erscheint als absichtliche Fälschung der Wahrheit. ״Nicht eine einzige Stelle des alten Testaments ließe sich auffinden, worin durch ein Verbot der Tierquälerei die Menschen zur Schonung der Tierwelt angehalten seien, und die wenigen Stellen, die aus der Bibel herbeigebracht werden, wie Sprüche XII, 10. Ps. 147,9, Job 39,41 seien nur darauf berechnet worden, daß man die Stellen nicht nachschlage, da auch sie nichts Positives enthielten8״). Diese Angriffe Schopenhauers gegen unsere Thora sind von vielen wieder aufgenommen worden und gehören in manchem Tierschutzverein zum eisernen Bestand des Materials, das gegen jüdische Lehre und jüdisches Gesetz vorgebracht wird. Objektiv Denkende urteilen allerdings anders. So schreibt Brehm4): ״Ein freundliches Verhältnis zu den Tieren war besonders bei den Israeliten vorherrschend״ und Kirchner5): ״Die Bibel ist reich 1 Schopenhauer, Die beiden Grundprobleme der Ethik. Leipzig 1881 S. 162. 2) Ibid. S. 238. s) Parerga und Parelipomena II 399. 4) Tierleben I S. 27. *) Leibniz Psychologie S. 3.

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