Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1915)
- Date
- 1915-02-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2292929-2292942-2292945--00585-2293825- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
7 2 Zur talmudischen "W ortdeutung. mit f'utcm ..sie haben zur Hälfte geteilt“, תעבסנח (Jes. 3,16) wird Sabbatk 62 b mit syi^ die verführende ..Schlange“, חן (Hiob 36.22) wird in der Pesikta mit sv ״der Eine“ zusammengestellt, lauter Gedanken, die ganz unabhängig vom Griechischen hätten ausgesprochen werden können, weil sie in sinngemäßer Ausdeutung auch aus dem Zusammenhang des Urtextes abzuleiten sind, Ich habe nur einige wenige Beispiele aus der großen Fülle der vorhandenen herausgegriffen, und ich glaube sagen zu dürfen, daß eine Prüfung sämtlicher Stellen ergeben würde, daß die Anlehnung an die fremde Sprache lediglich zur Veranschaulichung dessen dient, was mit demselben Hecht aus dem Urtext gefolgert werden könnte. Ich halte es daher für höchst unwahrscheinlich, daß II. Akiba rein willkürlich das "Wort טוטפת auf Grund anderer Sprachen mit,.vier“ in Zusammenhang bringt, ohne den hebräischen Text irgendwie zu berücksichtigen: ich glaube vielmehr, daß der Text auch im Hebräischen in irgend einen! Sinne das enthalten muß, was II. Akiba aus der fremden Sprache herausliest. Meine Vermutung ist folgende: טפח heißt nach den Lexicis ,,Schmuck“. (Vgl. 1. Plön. 4,11, wo es als Eigenname erscheint). טוטפת ist nun (vgl. Gesenius. Grammatik § 19 Ende sowie die Lexica) eine Verdoppelung von טפת und steht für taphtefeth; bezeichnet also einen Boppelschmuck. Die Mehrzahl taphtaphotli erzielt daher die Zahl vier. II. Akiba hätte also seine Herleitung des Begriffes ..vier41 aus .,Tot“ und ״Phot“ auch an das Hebräische anknüpfen können, da auch im Hebräischen die erste Silbe als Verdoppelung und ebenso die letzte Silbe als Mehrzahl mit je zwei in Verbindung gebracht werden kann. Aber zur Veranschaulichung des Gedankens lehnt er seine Bemerkung an die fremden Sprachen an. die das in populärer Eorm ganz deutlich machen. Ich denke, daß nun das Befremdliche des Ausspruchs B. Akibas beseitigt ist. und daß die Stelle in einem andern Licht erscheint.