Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Über Namengebung bei den Juden. 37 die ihr Geld dem Wirte anvertraut hatten, um dieses von ihm betrogen wurden. Freilich wollte R. Meir, wir er nachträglich sagte, nicht mit Gewißheit den Kidor als Spitzbuben erklären, nur einen Verdacht hatte er gegen ihn, und zwar nur wegen dessen Namen. Wie soll man es aber verstehen, daß R. Meir jemanden wegen seines Namens, den er sich doch nicht selbst gegeben hat, unlauterer Handlungen sollte fähig gehalten haben? Und was soll der Anklang des Namens Kidor an das כי דור תהפוכות bedeuten? Der Vater dieses Kidor hat, was wohl als sicher anzunehmen ist, von dem von R. Meir angezogenen Verse im Deuter. 32,20 keine Ahnung gehabt. Nein, sicher hat R. Meir etwas anderes im Auge gehabt. Die Anlehnung des Namens Kidaur an den erwähnten Vers soll mehr witzig der Lehre, die er hier geben will, eine Dauer für spätere Zeiten verleihen. Daß dieser Name mit dem obigen Verse nichts gemein hat, daß das Wort Kidaur vielmehr ״unrein, schmutzig“ bedeutet (Aruch. s. v. כירזר), wußte R. Meir wohl; er sagte sich aber, in welchem Milieu muß dieser Mensch herangewachsen sein, welche Erziehung muß dieser genossen haben, wenn sein Vater ihn mit einem solchen Namen belegen konnte, der den Träger durch die Gewohnheit an diesen Namen stumpf machen mußte gegen alles Schmutzige und Unreine, daß es dann kein Wunder nehmen kann, wenn er selbst in Gesinnung und Handlung unrein sollte geworden sein. Vorsichtistvorso erzogenenMenschen, die ohne Beschämung zu empfinden, gleichgültig von sich sagen, daß sie Kidaur heißen, wohl am Platze. Die Namengebung gestaltete sich also in der späteren Zeit sozusagen, von selbst, daß aber auch geschichtliche Vorgänge Veranlassung geben konnten, um sie, sei es aus Dankbarkeit, sei es als Mahnung für die kommenden Geschlechter durch Namengebung in Erinnerung zu behalten, dafür liegen Beweise vor. Als Alexander d. Gr. auf seinem Siegeszuge gegen die Perser in die Nähe von Jerusalem kam und man befürchten mußte, daß auch diese Stadt sein Zorn treffen werde, zumal er durch verleumderische Anklagen der Samaritaner besonders