Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Über Namengebung bei den Juden. 35 Ober Namengebung bei den Juden. Von Prof. Dr. A. Sulzbacb, Frankfurt a. M. Wie alt die Sitte unter den Juden ist, den Kindern die Namen von Vorfahren1) zu geben, wird sich wohl nicht feststellen lassen. In der Familie der Hasmonäer scheint dies schon üblich gewesen zu sein, wenn auch im beschränkten Maße. In der Zeit der Tanaim kommt es schon häufiger vor, von dem Sohne Hillels, Simeon an, läßt es sich bis zu sechs Geschlechtern verfolgen. Später wurde dieses Verfahren zur Regel, ein Beweis pietätvoller Gesinnung und ausgeprägten Familiensinnes. Doch wenn jetzt die Namen für uns etwas Gegebenes sind, wir brauchen nur zu wählen; so gab es auch einmal eine Zeit, in welcher man Namen erfinden mußte, und da legte man nicht nur bei den Juden, sondern überall, den Kindern einen Namen bei, in dem sich Hoffnung, Wunsch, Erwartung ausdrückte, oder einen solchen, der dem Kinde für sein ganzes Leben eine Erinnerung an ein eindrucksvolles Ereignis aus der Zeit seiner Kindheit bewahren sollte. Für viele Namen, jüdische und nichtjüdische, haben wir eine Erklärung, für viele nicht; aber daß diese nicht bedeutungslos sind, ist sicher. Für einen Teil der biblischen Namen gibt uns die Bibel selbst die Erklärung, wie ja allgemein bekannt ist. Diese Art der Namengebung hörte, wie gesagt, mit der ף Nicht nur die Namen verstorbener Vorfahren, sondern auch sogar noch lebender Großeltern, wie es noch heute bei den Sefardim Sitte ist. In einem seiner Seegedichte spricht R. Jehuda Halevi von seinem Enkel Juda. Vgl. Sulzbach, Dichterklänge Note S. 131. Dies aber scheint im Widerspruch mit dem Bericht zu stehen, daß Abba den Namen seines Adoptivneffen Nachmani in Abaji umgewandelt habe, w׳eil sein eigener Vater diesen Namen gehabt, den er aus Ehrfurcht nicht aussprechen wollte (Resp. des R. Scherira Gaon in Aruch s. v. אביי, dazu Raschi Gittin 34*> s. v. וחתכי), doch RMBM. Mamrim 6,2 bemerkt schon, daß nur bei ungewöhnlichen Namen, nicht aber bei den gebräuchlichen, wie Abraham usw. diese Zurückhaltung zu üben sei. Diese Regel ist auch in den 240,2 ש'׳;ן יו״ך übergegangen, wmzu aber רע״ק iu seinen Notizen auf zwei Talmudstellen hin weist, daß man den Namen des Vaters wohl bei halachischen Berichten genannt hat. 3*