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Jeschurun · 1915-01-01 · Heft 1 (Januar 1915) · page 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 1 (Januar 1915)
Date
1915-01-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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34 Die halachisclie Deutung von Lev. XXII, 23. בל מום לא יהיה בו, was doch offenbar auch geringe Makel ausschließen will. Übrigens ist nun aber שרוע וקלוט kein untergeordneter Makel, sondern seinem Wortsinn nach ein zusammenfassender, für mehrere Gebrechen geltender Ausdruck, der vermutlich auf eine angeborene Lahmheit des Tieres hinweist. (Im vorhergehenden Vers fehlt die Bestimmung über angeborene Lahmheit.) Und dann, aus welchem Motiv sollte zwischen Gelübden und freiwilligen Spenden unterschieden werden? Weil die Wahl eines minderwertigen Tieres eine Geringschätzung des Heiligen im Sinne von Maleachi 1,8 bedeutet? Aber bedeutet denn die Wahl eines minderwertigen Tieres bei freiwilligen Opferspenden nicht die gleiche Geringschätzung? Wollte man aber antworten, es könne Vorkommen, daß der freiwillige Spender nur das eine minderwertige Tier besitze, und dann sei es keine Gering- Schätzung, so wäre darauf zu erwidern, daß das gleiche ja bei der Einlösung eines Gelübdes der Fall sein könne. Und schließlich, wie verhält es sich mit den Opfern, die weder freiwillige Spenden noch Gelübde sind, z. B. mit בבור? Nach 5. B. M. 15,21 durfte und brauchte ein fehlerhaftes erstgeborenes Tier nicht geopfert zu werden, sondern man konnte es nach Belieben verwenden. Es wäre die reinste Willkür, zu behaupten, daß ein בבור שרוע וקלוט geopfert werden mußte und durfte, weil in diesem Falle von einer Geringschätzung des Heiligen nicht die Bede sein kann. Ich ziehe das Fazit: Nach der Halacha steht in unserem Satze נדבה העשה im Sinne von נדבה אם תעשה. Die halachische Deutung ist grammatisch und stilistisch zulässig und aus sachliehen Gründen die allein mögliche und zutreffende. Die Über- Setzungen wären nach ihr zu korrigieren.

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