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Jeschurun · 1915-01-01 · Heft 1 (Januar 1915) · page 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 1 (Januar 1915)
Date
1915-01-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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Die halachische Deutung von Lev. XXII, 23. 33 נדבה folgen müßte. Nun handelt es sich hier ja um eine Prosastelle. Aber der Stil der Bibel ist immer ein poetischer, rhythmischer. auch in ihren gesetzlichen Teilen. Man wird, wenn man die gesetzlichen Partien der Thora auf ihren Rhythmus untersucht und auf den Klang der Sätze, auf den Parallelismus der Satzglieder achtet, überrascht sein durch die Wahrnehmung, daß auch die rein gesetzlichen Teile sich in Gedichtform ordnen lassen 1). Man mache z. B. gerade mit dem vorliegenden Kapitel einen Versuch, und man wird das bestätigt finden. Daß die Halacha den Satz in dem angegebenen Sinne aufgefaßt hat, das unterliegt für mich keinem Zweifel. Nur so wird uns die zitierte Begründung verständlich, die nun jedes Auffallende und Willkürliche verliert, da sie eine sinngemäße Interpretation ist. (Ähnlich der Sifra und Baba Mezia 60b zu dem Satze: ״Dein Geld sollst du ihm nicht um Zins und um Wucher nicht deine Speise geben“ (3. B. M. 25,37) — Nach dieser Auffassung verbietet der Satz שרוע וקלוט sowohl für freiwillige Spenden als auch für Gelübde. Er setzt diese Gebrechen den andern gleich und bringt durch das vorangesetzte ושור ושה zum Ausdruck, daß es sich um eine zusammenfassende, auch das andere einschließende Bestimmung handelt. Der Satz, wie überhaupt der ganze Abschnitt, spricht nur von Altargaben. Daraus folgert die Überlieferung mit Recht, daß für Zwecke von בדק הבית eine solche Beschränkung nicht besteht. Die Deutung der Halacha ist aber nicht nur eine grammatisch und stilistisch zulässige, sie ist sogar, wenn wir es recht überlegen, die einzig mögliche und richtige. Die Schrift bestimmt einige Sätze vorher (V. 21 und 22), daß die Opfertiere ״gar keinen Makel“ haben dürfen. Und nun sollte sie hier etwas anderes sagen? Aus welchem Grunde? Weil שרוע וקלוט minder wichtige, untergeordnete Gebrechen sind? Selbst wenn dem so wäre, so widerspräche es doch der Bestimmung *) Eine Übersetzung, die dem gerecht wird, fehlt meines Wissens noch. 3

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