Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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Di© halachische Deutung von Dev. XXII, 23. 31 als freiwillige Spenden von der Schrift zugelassen werden, während dort, wo eine durch ein voraufgegangenes Gelübde erfolgte Verpflichtung besteht, die Wahl gerade solcher Tiere, die einen, sei es auch kleinen Fehler haben, eine Geringschätzung des Heiligen bedeute und daher nicht wohlgefällig sei. Man könnte zur Unterstützung dieser, wie es scheint, sinngemäßen Auffassung, daß שרוע וקלוט ein untergeordnetes Gebrechen des Tieres sei, noch das Argument beibringen, daß an den Anfang des Satzes die Worte gesetzt sind ״ein Sind oder Lamm“, die ja überflüssig scheinen, da doch auch der vorhergehende Satz von diesen Tieren redet. Die Bemerkung ״ein Ochs oder ein Lamm“ könnte eine Hervorhebung bedeuten, einen Gegensatz zum Priester, den nach den voraufgehenden Bestimmungen der Schrift (3. B. M. 21,18) שרוע zum Dienste untauglich macht, so daß an unserer Stelle deswegen hervorgehoben wird ״ein Ochs oder Lamm“, weil שרוע bei Tieren als untergeordnetes und darum nur teilweise ausschließendes Gebrechen gilt, während es den opfernden Priester absolut unfähig macht. Aber gleichviel, ob man dieses Argument beibringt oder nicht, der Sinn des Satzes kann doch, wie man annehmen sollte, nur der sein, daß die Darbringung von Tieren, die gestreckt oder zusammengezogen sind, als freiwilhge Spende erlaubt, dagegen als Gelübde verboten ist. Und nun zur Tradition: Die Tradition verkehrt diesen Sinn des Satzes in sein Gegenteil. Nach ihrer Deutung gibt es weder einen Unterschied zwischen שרוע וקלוט und den anderen Fehlern, noch zwischen freiwilligen Spenden und Gelübden. Sie deutet den Satz dahin, daß שרוע וקלוט für alle Opfer, einschließlich der freiwilligen, verboten, dagegen für Zwecke vom בדק הכית d. h. für Zwecke der sonstigen Unterhaltung des Heiligtums, einschließlich der aus einer Gelübde- Verpflichtung zu entrichtenden Weihungen, erlaubt seien. Noch befremdlicher wirkt diese Deutung, wenn man ihre Begründung liest: ״Zu einer freiwilligen Spende kannst du es machen“ d. h. für die Unterhaltung des Heiligtums. Woher weiß ich aber auch als Gelübde? Weil es heißt ״als Gelübde“. Man könnte