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Jeschurun · 1915-01-01 · Heft 1 (Januar 1915) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 1 (Januar 1915)
Date
1915-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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30 Die halaehische Deutung von Lev. XXU, 23. Die haiachische Deutung von Lev. $(11, 23. Von Babb. Dr. S. Kaatz, Zabrcze. 1. Unter den Thora-Bestimmungen über die Beschaffenheit der Opfertiere befindet sich ein Satz, der von der Tradition in einer Weise gedeutet wird, die scheinbar an Willkür nicht überboten werden kann. Der Satz lautet (3. B. M. 22,23): ושור ושה שרוע וקלוט נדכה תעשה אותו ולגרר לא ירצה. Was die Ausdrücke שרוע וקלוט bedeuten, ist nicht ganz sicher. Der Sifra z. St. und zu 3. B. M. 21,18, sowie Bechoroth 40a verstehen darunter einen anormalen Bau der Füße bzw. der Hüften. Onkelos übersetzt im Einklang damit יתיר והסיר also entweder zu lange und zu kurze oder überzählige und fehlende Gliedmaßen. In eine Untersuchung, welche Gebrechen wohl darunter zusammengefaßt werden, braucht hier nicht eingegangen zu werden, da unser Thema davon nicht berührt wird. Man vergleiche darüber Hoffmann, Leviticus z. St., wo die Ausdrücke übersetzt werden mit ״gestreckt oder zusammengezogen״, eine Übersetzung, die für unsere Zwecke ausreicht. Welche Wortbedeutung aber auch die Ausdrücke שרוע וקלוט haben, der Sinn des Satzes selbst kann, wie es scheint, nicht zweifelhaft sein: ״Ein Bind oder Lamm, das gestreckt oder zusammengezogen ist, kannst du wohl zu einer freiwilligen Spende machen, aber als Gelübde wird es nicht wohlgefällig aufgenommen werden.״ Während nämlich bei den andern vorher aufgezählten Gebrechen die mit ihnen behafteten Tiere, sei es für ein Brandopfer ״hinsichtlich aller ihrer Gelübde und aller ihrer freiwilligen Spenden״ (Y. 18), sei es für ein Friedensopfer ״zur Erfüllung eines Gelübdes oder als freiwillige Spende״ (V- 21) verboten werden, unterscheidet die Schrift anscheinend bei dem Gebrechen שרוע וקלוט zwischen freiwilligen Spenden und Gelübden. Als freiwillige Spenden dürften sie danach dargebracht werden, als Abtragung eines Gelübdes aber nicht. Man müßte demzufolge annehmen, שרוע וקלוט seien untergeordnete, unwichtige Gebrechen, so daß die mit ihnen behafteten Tiere nur

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