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Jeschurun · 1915-01-01 · Heft 1 (Januar 1915) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 1 (Januar 1915)
Date
1915-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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26 Der Psalter Davids im Wechsel der Tage. versenken in die Rätsel des Menschenlebens und an ergreifender Betätigung lauterster Religiosität auch nur annähernd einen Vergleich mit dem Psalmbuch zu lasse, diesem vom stillsten Piano bis zu vollakkordigem Fortissimo anschwellenden Hohenliede des Gottvertrauens• Ja, in der ganzen W eltliteratur stehen diese Lieder,.... steht dieses Liederbuch einzigartig da ... . Seine Worte haben in ihrer schlichten Einfachheit und Wahrheit durch die ganze Welt Widerhall gefunden .... Wo immer der Ernst dieses irdischen Lebens an uns herantritt, da richtet sich das religiöse Gefühl der Menschheit, Juden wie Christen, auf an den Sprüchen des Psalters.441) Während ferner sonst die tiefe Kluft zwischen dem Gottesglauben Israels und der Tochterreligion als fast unüberbrückbar geschildert wird: —Delitzsch macht sich z. B. im oben genannten Werke S. 71 Eduard Meyers Urteil zu eigen: ״Die gangbare Auffassung, daß der israelitische Monotheismus — dem man dann die christlich-theologischen, zum großen Teil auf griechischen Ideen (!) beruhenden Anschauungen unterschiebt — etwas Einzigartiges und religiös besonders Hochstehendes sei, ist irrig. Seine Bedeutung besteht darin, daß er Volksreligion werden konnte44 (und das ״beruht auf dem Prinzip der Exklusivität44), so heißt es heute: ״Die Psalmen sind jüdische Lieder, aber sie sind seit nun bald zwei Jahrtausenden auch für die christliche Kirche das geistliche Liederbuch in eminentem Sinne geworden. Mit Recht, insofern die Christenheit als das ״geistliche Israel44 sich auch ihrerseits zu dem Gotte bekennt, wie ihn die führenden Geister Israels in immer reinerer Weise geschaut, als den einigen Gott aller Völker des Erdkreises, den Schöpfer und Erhalter des Weltalls, den höchsten Gesetzgeber und gerechten Richter der Menschheit44 (a. a. 0. S. 5f.) Die Sänger der Davidsharfe müssen sich also s. v. v. im Grabe umdrehen. Der Sohn lsais ist wieder emporgehoben zum 1) Deutsche Reden in schwerer Zeit: Psalmenworte für die Gregenwart. Rede .... von Friedrich Delitzsch S. 3.

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