Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2292929-2292942-2292944--00534-2293773- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
22 Der Psalter Davids im Wechsel der Tage. daß nur das Böse der Gewalt und Zerstörung anheim fallen, daß jedoch der Sieg der gerechten Sache durch das Walten der Vorsehung weltenbeglückend heraufziehen müsse. Diese Macht der göttlichen Gerechtigkeit, diese Hoheit der jüdischen Gedanken und Ideale hat David dem Volke der Leiden und Tränen ins Herz gesungen, diesen Triumph des Gottes willens hat er, der erste, der in Zions Königspalast thronte, als Sehnsucht und Hoffnung, nein, als unbedingte Gewißheit ergreifend gekündet. Der Macht des Gesanges hat er anvertraut, was Eisen und Feuer nicht erzwingen können, und was demnach Heeresbann und Schwerterkraft überwinden soll. Und wem sollte des Psalters Harfe klingen? Heil dem Manne — nicht Heil dem Israeliten — so tönt ihr erstes Wort jedem Menschen wesen entgegen, nun endlich, ihr Fürsten und Völker, habet Einsicht, ergeht ihr sanfter Mahnruf aus dem Munde des ״barmherzigen Israelspropheten, der auch die Heiden ermahnt, von ihrem Wandel abzulassen, wie Gott selbst den Sündern die Hand zur Umkehr reicht.tt (Raschi z. St.). Dem Ewigen gehört die Erde und was sie füllt, das Weltenall und wer darin wohnet; daher alles, was Odem hat, den Herrn lobpreisen soll. Das Gottesreich auf Erden, das durch Davids Salbung seine Grundsteinlegung erfuhr, wollte Davids Sang über alle nationalen Schranken hinweg, weiter und weiter ausbreiten helfen, bis die Völker allzumal jubelnd und frohlockend dem Rufe des Himmels sich erschlossen haben und dann ein neues Lied aus der erlösten Menschheit Mund dem Herrn der Heerscharen entgegentönt. Daß aber Davids Lied ewig jung bleibt, bis messianische Friedensschalmeien jenes neue Loblied erwecken, daß die Gegenwart es mit Inbrunst ergreift, als sei es nur für sie gedichtet, das bekennt sie durch den Mund eines ihrer führenden Geister, der als eine der herrlichsten Wirkungen des Weltkrieges die Rückkehr des deutschen Volkes zur Bibel preist. ״leb danke Gott, daß unser Volk in seiner Bibel jetzt auch das Alte Testament zu eigen bat, das barte Buch der Kriege Gottes, und im Alten Testament den Psalter, das sebimmernde Arsenal bero-