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Jeschurun · 1915-01-01 · Heft 1 (Januar 1915) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 1 (Januar 1915)
Date
1915-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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נ4 Probleme der Pentateuchexegese. 19 könne er jede Unbill blutig rächen; für eine bloße Wunde würde er einen Mann töten und für eine Strieme ein Kind; er würde, nachdem die Waffen da sind, sieben und siebenzigfach gerächt werden. Die Ausleger haben nicht überlegt, welche Schwierigkeiten dieser Erklärung entgegenstehen. 1. erzählt die Schrift gar nicht mit besonderem Nachdrucke, daß Tubal Kajin Waffen erfunden hat. Die Schneide Werkzeuge können auch friedliche Werkzeuge gewesen sein. Wenn nun auch wahrscheinlich infolgedessen auch Mordwaffen verfertigt wurden, so kann doch unmöglich die Rede Lemechs sich auf etwas, das vorher gar nicht genannt wurde, beziehen. 2. Warum sagt dies Lemech zu seinen beiden Frauen und nicht vielmehr zu der ganzen Welt, auf daß alles sich vor ihm fürchten solle? 3. Wozu will Lemech das unschuldige Kind umbringen? Freilich haben die Ausleger mit größter Geschicklichkeit aus dem ילד einen Jüngling gemacht; doch kann es hier als Gegensatz zu איש nur ein junges Kind oder einen Knaben bezeichnen. 4. Da das שבעחים יקם קין von Gott gesprochen worden ist, daß er Kajin siebenfach rächen wird, so müßte ולמך שבעים ושבעה sich ebenfalls auf Gott beziehen. Nun kann doch aber der mordlustige Lemech nicht glauben, Gott würde seinen Tod noch mehr bestrafen als den Kajins, der sich wenigstens gebeugt und niedergeschlagen vor Gott gezeigt hatte. 5. Die Worte שמק קולי האזנה אמרתי — die um Gehör flehen, zeigen einen Abbitte leistenden oder besänftigenden, nicht einen stolz herausfordernden Mann. 6. Endlich ist הרגתי perfekt und darf nicht mit ״ich würde töten“ übersetzt werden. Wir glauben daher richtiger anzunehmen, daß Lemech in der Tat einen Mann und ein Kind erschlagen hatte. Natürlich läßt sich höchstens erraten, wer der Mann oder das Kind war. Der Umstand jedoch, daß er bei seinen Frauen sich entschuldigt, läßt schließen, daß beide Erschlagenen den Frauen nahe standen und deren Tod sie tief betrübte. Doch geschah der Todschlag nicht mit Vorsatz, wie das Lied zeigt, das wir nun übersetzen und nach unserer Auffassung erklären wollen.

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