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Jeschurun · 1915-01-01 · Heft 1 (Januar 1915) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 1 (Januar 1915)
Date
1915-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8 Unser Kaiser Verdienste, welche eine Dynastie als Schützer und Mehrer des Reiches, als Förderer körperlichen und seelischen Wohles des Volkes erworben, sind von solcher Bedeutung, geben der Monarchie einen solchen Halt und lassen die Ehrfurcht vor den Trägern der königlichen Gewalt im Herzen der Untertanen so feste Wurzeln schlagen, sichern das Staatswesen daher so sehr vor allen Erschütterungen, und zudem ist selbst bei dem spätesten Enkel das Vorbild und die sittliche Größe der Ahnen noch so wirksam, daß alle Mängel, die aus den Schwächen einzelner Herrscher sich ergeben können, dagegen verschwinden. Das gilt nun auch für uns. Man kann es ruhig, ohne irgend einen Widerspruch fürchten zu müssen, aussprechen. Es lebt jetzt auf Erden keine Dynastie, deren Anspruch auf Anerkennung des Legitimitätsprinzips so sehr das Verdienst der eigenen Tüchtigkeit und selbsterworbener Größe ist wie die der Hohenzollern. Das dritte: Aus dem Prinzip der Legitimität folgt der Begriff* des Gottesgnadentums. Durch Gottes Gnade ist dies Königshaus auserwählt, Gottes Gnade verdankt es seinen dauernden Bestand. Aber im Judentum hat dieser Begriff noch eine ganz eigentümliche Färbung angenommen. Die Vorstellung der im Großen und Kleinen waltenden Fürsorge Gottes, einer auf das Leben des Einzelnen und der Völker sich erstreckenden Vorsehung mußte zu der Annahme fuhren, daß der König, von dessen Entschlüssen ja oft das Schicksal ganzer Reiche abhängt, mehr als der gewöhnliche Sterbliche der göttlichen Führung unterworfen ist. Er ist mehr als jeder andere Mensch ein Werkzeug Gottes. Das geht so weit, daß, nach dem Wortlaut des biblischen Berichts eine unmittelbare Einwirkung Gottes auf den Willen des Herrschers ausgeübt wird. ״Wie Wasserbäche, so ist das Herz des Königs in der Hand Gottes, Er lenkt es, wohin Er nur will“ (Prov. 21,1). Pharaos Sinn wird verhärtet, damit die Wunder Gottes verwirklicht werden können und Israel zum Volke des Glaubens heranreife. Aus dieser Vorstellung des besonderen Verhältnisses

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