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Jeschurun · 1915-01-01 · Heft 1 (Januar 1915) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 1 (Januar 1915)
Date
1915-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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6 Unser Kaiser. das Palladium des Volkstums kreisen, da dürfen wir das Recht uns nehmen, ja es ist unsere Pflicht, einen so wesentlichen Bestand teil unseres Empfindungslebens, vom religiösen, vom jüdischreligiösen Standpunkt zu werten. Welche Stellung nimmt der Jude zum Königtum an sich ein, und was ist dem Juden Deutschlands der Deutsche Kaiser? Wir reden natürlich immer nur von dem Juden, dem die Uberlieferung der Vater in Lehre und Leben verbindlich ist. Da ist zuerst zu bemerken, daß diese Frage auch für ihn nur rein theoretischen Charakter hat. Jede politische Betätigung findet auch für ihn seine unüb er schreitbare Schranke an dem Staatsgesetz. In Ländern, in denen die Regierung keine monarchische Spitze kennt, wird er sich ebenso an die Bestimmungen der Verfassung gebunden fühlen, wie ihm in den monarchischen jede Verletzung der durch die Verfassung dem Könige gewährleisteten Rechte verpönt sein wird. Aber unberührt von allen Forderungen des Tages, die sich nach Ländern und nach Zeiten unterscheiden, bleibt für ihn das Ideal des Königtums, das die Bibel aufgestellt und die mündliche Lehre noch vertieft hat. I. Da ist das erste: Die Einsetzung des Königtums ist eine Forderung des pentateuchischen Gesetzes1). Und darum erhält für uns alles, was je an entscheidenden Momenten für die Not- Wendigkeit der Institution der Monarchie ins Gefecht geführt worden ist, noch ein besonderes Gewicht. Diese Momente näher auszuführen, ist hier nicht der Ort. Vielleicht darf aber darauf verwiegen werden, daß speziell die geographische Lage des jüdischen Reiches, das ohne natürliche Grenzen an allen Seiten von fremden Völkern und zumeist Erbfeinden umgeben ף Über Samuels Klage bei der Königswahl Sauls vgl. Maimonides Hilchoth Melachim I 2. ״Nachdem die Einsetzung eines Königs ein göttliches Gebot ist, warum war es Gott nicht wohlgefällig, als sie Samuel darum baten? Weil sie es in ungehöriger Weise gefordert usw.a

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