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Jeschurun · 1914-12-01 · Heft 12 (Dezember 1914) · p. Seite 452

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 12 (Dezember 1914)
Date
1914-12-01
Page
Seite 452 (sequence 38)
Language
German
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3E 452 Die Vorgeschichte Israels und seiner Religion. ihnen Konsequenzen zieht, macht sich nun zum Schaden des Buches auf Schritt und Tritt geltend. Wir wollen gar nicht davon reden, daß er uns Zweifelhaftes in einer Form vorträgt, daß wir der Überzeugung sind, cs handle sich um unter den Fachgenossen allgemein anerkannte Ergebnisse. Greifen wir nur einen Punkt heraus. Man lese, was ein so konservativer Forscher wie Hehn in Würzburg in dem Kapitel: ״Gab es einen ursemitischen Gott Ilu oder El?“1) schreibt, und man fühlt, daß eine wichtige Stütze in dem von Jampel aufgeführten Bau zusammenbricht. Vielleicht noch bedenklicher ist, daß der gebildete Laie den Eindruck gewinnt, der Verfasser habe in seiner Einseitigkeit den Blick für die Bedeutung der Kulturleistungon der nichtsemitischen Völker völlig verloren. Man widerlegt Chamberlains ״Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts“ nicht dadurch, daß man in das entgegengesetzte Extrem verfällt. Zum mindesten sehr kühn ist der Satz: ״Wenn es in der ganzen Geschichte nur ein Genie gegeben hat, dann war es der Erfinder der Buchstabenschrift“ (S. 111) und welch Banausentum — der Verfasser verzeihe den Ausdruck— spricht aus den Worten: ״Sicherlich hätte die Geistesentfaltung des begabten griechischen Volkes ganz andere Erzeugnisse zuwegegebracht, wenn die griechischen Kolonien Kleinasiens der semitisch-babylonischen Sphäre näher gewesen“ (S. 85). Wie soll man seinen Schülern ein Buch in die Hand geben, dessen Ausführungen den Eindruck erwecken, als habe der Verfasser von •dem Geiste griechischer Kunst und Wissenschaft koinon Hauch verspürt. Übertreibung ist’s, wenn der Verfasser die Grundideen seines Buches als neue Entdeckung ausgibt, Übertreibung ebenso, wenn er uns zu überzeugen sucht, daß die von ihm dargestellten roligionsgeschichtlichon Ergebnisse nichts anderes sind als der Niederschlag der in Talmud und Midrasch ausgesprochen nen Lehren oder gar der bei den osteuropäischen Juden heute *) I. Hohn, Dio biblische und die babylonische Gottcsideo, Leipzig 1913, S. 160—213.

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