Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1914)
- Date
- 1914-12-01
- Page
- Seite 451 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Vorgeschichte Israels und seiner Religion. 4SI forschers, etwa zu dem Werke: ״Die Israeliten und ihre Nachbarstämme״. Das gesamte Rüstzeug der Bibelkritik hat er hier fein säuberlich beisammen, und von Mose liest er: ״Der Mose, den wir kennen, ist ... eine mit dem Kultus in Beziehung stehende Gestalt der genealogischen Sago, nicht eine geschichtliche Persönlichkeit. Es hat denn auch (abgesehen von denen, die die Tradition in Bausch und Bogen als geschichtliche Wahrheit hinnehmen) noch niemand von denen, dio ihn als oino goschichtlicho Gestalt bohandeln, ihn mit irgend welchem Inhalt zur erfüllen, ihn als ciuo konkrete Individualitat darzustellön oder etwa anzugobon gewußt, was er geschaffen hätte und was sein geschichtliches Werk wäre. Denn daß er aen Satz aufgostollt hat, J. ist der Gott Israels (dabei soll er den Namen J. nicht einmal erfunden, sondern von irgend woher übernommen haben), ist eine inhaltsleere Phrase“. Der Verfasser verspottet dio landläufige Apologetik — nebenbei bemerktin Ausdrücken, diedurchaus unangebracht sind— und sein Werk will doch vom ersten bis zum letzten Wort der Apologotik dienen. Dabei läßt er den ersten Grundsatz der Apologetik außer acht, daß diese keine andere Aufgabe hat als die Position des Gegners zu erschüttern, den Nachweis zu erbringen, dio als Thoorien ausgogobonon Lehren otwa der Bibelkritik soion durch neucro Forschungen als zweifelhafte Hypothesen erkannt und daher nicht geeignet, den Gläubigen im Glauben an die Tradition wankend zu machen. Hätte er seine ganze Kraft darauf vorlegt, ein Seitenstück zu Hoffmanns ״Die wichtigsten Instanzen' gogon die Graf-Wellhausensche Hypothese“ zu schaffen, das, was hier mit den Mitteln der literarischen Kritik erzielt wird, auf Grund seiner gründlichen Kenntnisse der urbabylonischcn Zeit durch vergleichende religionsgoschichtliche Nachweise zu verstärken, so hätte er uns Wertvolleres, weil in seiner Beschränkung Unantastbares, geboten. Diese Überschätzung dos Wortes der altorientalischon Forschungen und dio Übortreibung, mit der der Verfasser aus