Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1914-12-01 · Heft 12 (Dezember 1914) · p. Seite 450

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 12 (Dezember 1914)
Date
1914-12-01
Page
Seite 450 (sequence 36)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2292929-2292930-2292941--00500-2293738
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

450 Di© Vorgeschichte Israels und seiner Religion. Mythologien ursemitisches Erbgut orkannten. Von hier aus fällt auch das rechte Licht auf die Engsllehro des Talmuds. Nie hätten unsere Lehrer, die über die Reinheit des Monotheismus so eifersüchtig gewacht, sich zu dem System der don Himmel wenn auch unter Gottes Herrschaft bevölkernden Heerscharen bekannt, wenn hier nicht uralte Traditionen Vorgelegen, die sich Geltung zu verschaffen gewußt. Diese vier Gedanken sind nach unserer Meinung die wichtigsten des Buches. Wir haben sic mitgotoilt, nicht um die Lektüre des Buches selbst ontbohrlich zu machon, sondorn um dem Leser ein Bild von der Wichtigkeit der Ausführungen des Verfassers zu geben. Denn das ist die Hauptaufgabe einer Besprechung und nicht dio Aufzählung der Fehler, dio dem Verf. unterlaufen sind. Die gewichtigsten Bedenken, die in uns sein Buch hervorgerufen, können wir aber nicht verschweigen. Schon deshalb nicht, weil der Verf. sich nicht nur an die Fachgenossen wendet, sondern in gemeinverständlicher Weise auch an den Laien und mit Energie darauf dringt, daß die von ihm gewonnenen Resultate dem Religionsunterricht zugrunde gelegt werdon sollen. Die Mängel sind alle zurückzuführen auf dio Übertreibung, der sich der Verfasser in seinen Ausführungen schuldig macht. Er proist dio Rosultato dor modornon Forschungen iibor don alten Orient als Allheilmittel gegen dio Angriffe an, wolcho die überlieferte Auffassung von dor Geschichte Israels bedrohen. Aber jeder, der auch nur eines der einschlägigen Bücher zur Hand nimmt, erfährt sofort, daß dioso Forschor in bezug auf die Entwickelung, welche die Geschichte Israels genommen hat, wohl anderer Meinung sind als die Vertreter der Schule Wollhausons, daß sie aber ebenso sehr alle Fakta, die nach unserer religiösen Überzeugung geschichtlich sind, in Mythologie und Sage auflösen. Einer seiner Gewährsmänner ist Eduard Meyer. Man stelle sich einmal vor: Ein Gymnasiast greift nach der Lektüre von Jampels Buch zu einer dor von dom Verfasser ausdrücklich empfohlenen Abb&ndlungen dieses an sich in der Tat berühmten Altertums-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.