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Jeschurun · 1914-12-01 · Heft 12 (Dezember 1914) · p. Seite 449

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 12 (Dezember 1914)
Date
1914-12-01
Page
Seite 449 (sequence 35)
Language
German
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Die Vorgeschichte Israels und seiner Religion. 449 Ebendaselbst die Bestimmung aus חזקת הבתים, daß der unangefochtene Besitz eines Grundstücks durch drei Jahre gegen jedon ferneren Einspruch schützt. Die Strafe der Steinigung wird in jener uralten Zeit in gleicher Weise ausgeführt, wie es uns in der Mischna angegeben ist. Der Begriff der נדוניא der Mitgift, der Charakter der eingebrachten Güter der Frau als נכסי מלוג und נכסי צאן ברזל, daß die Mitgift als Ersatz für die Erbschaftsansprüehe gilt, daß der Scheidungsakt vor Zeugen ausgeführt worden muß, daß die Witwe, solange sie sich nicht verheiratet, im Hause des Mannes wohnen bleibt, viele termini technici der כחובה, des Ehekontrakts, das alles, uns aus Mischna und Talmud geläufig und doch ohne jede Andeutung in der Bibel, finden wir in jenen Denkmälern wieder, die Jahrtausende vor dem Abschluß des Talmuds zu datieren sind. Viertens: Auch für die religiösen Anschauungen, wie sie uns in der mündlichen Überlieferung entgegentreten und die man auf Einflüsse späterer Zeit, auf den Aufenthalt des Volkes im Exil und den nachexilischen Synkretismus zurückführte, sind so zahlreiche Parallelen in der urbabyloniseben Literatur aufzuweisen, daß wir diesen Anschauungen innerhalb Israels ein sehr hohes Alter zusprechen müssen. Die Volkanschauungen der Vorfahren Israels kehren in der Agada der Tannaiten und Amoräor wieder. So erzählt uns die Bibel gar nichts von der Bedeutung des Jom Teruah als des Rosckhaschnah, des Anfangs des Jahres und des Gerichtstages der Welt. Aber eben nur aus dem Grunde, weil das alles dem vormosaischen Israel bereits geläufig war. Finden wir doch in den alton Denkmälern die Allegorie des Gerichtstages bis auf die Einzelheiten so ausgeführt, wie sie uns aus dem Talmud bekannt ist. Wie in den poetischen Partien der Bibel die ursemitische Kosmogonie uns entgegentritt, so sind zahllose Agadas nur daraus zu erklären, daß unsere Weisen in den babylonischen 31•

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