Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1914)
- Date
- 1914-12-01
- Page
- Seite 436 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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436 Die talmudische Diskussion über das ״Fünftel1'. "Was bedeutet hier dem Wortsinn nach מלבר und מלגיו? Im Pen• tateuchkommentar von Hirsch und im Levitikus von Hoffmann wird der Gegenstand zu 3. B. M. 5,16 behandelt. Man vergleiche daselbst. 2. Ich will nun, ohne in eine Polemik mit anderen Er• klärungen einzutreten, die halachische Auslegung in aller Kürze zu erläutern suchen: die weibliche Ordinalzahl wird im Hebräischon als Bruchzahl gebraucht. Also חמישה heißt sowohl die fünfto als auch das Fünftoil. Das jeweilig fünfte Stück einer Menge wird abgezogen, und die Summe aller fiinfton Stücke ergibt ein Fünftoil der ganzen Mengo. Während wir beim Begriffe Fünftel an dio ganze Summe denken, die durch 5 dividiert wird, dachte der Hebräer an die jeweiligen einzelnen fünften Stücke. Bruch und Ordinalzahl waren seinem Denken identisch. Das Verzehnten des Viehes z. B. sollte nach der Bestimmung der Schrift so vor sich gehen, daß 9 Tiere vorbeigetrieben wurden, ״das zehnte ist heilig“ (3. B. M. 27,27). Neun Stück dem Eigentümer, das zehnte zu heiligem Zweck So ergab sich ein Zehntel der ganzen Herde. Hierbei konnte keine Meinungsverschiedenheit herrschen. Ebenso konnte keine Meinungsverschiedenheit herrschen übor den oben zitierten Satz 1. B. M. 47,24, wonach je vier Maß der Ernte dem Eigentümer des Feldes, das je fünfto dem Pharao gehören sollte. Beim Subtrahioren ist also Ordinalzahl und Toilzahl identisch. Da wird das Zehnteil gebildet, indem man nach jo 9, und das Fünfteil, indem man nach je 4 immer eins wegnimmt. Wio ist das abor nun beim Addieren der Toilzahl. Ist da das Gleiche der Fall, indem man nach jo 9 bozw. nach jo 4 eins hinzuzählt, oder verfährt man dabei anders? Wie ist also der Satz aufzufassen: ״Er soll das dem Heiligtum Veruntreute bezahlen und sein Fünftel soll er hinzulegen“? Wenn die Veruntreuung z. B. 100 Schokol botrug, so soll er zunächst 100 als Hauptsumme nehmen und soll zu dieser Summe dann המישהו hinzulegen. Wenn wir das dem hebräischen Denken entsprechend mit einer Ordinalzahl ausdrücken, so entsteht die Frage: Wiewiol soll er hinzulogen? Soll er zur Mehrer-