Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 11 (November 1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Probleme der Pentateuchexegese. 395 מן האדמה, die nur, wie in V. 7, den Stoff angeben will, spricht entschieden gegen diese Erklärung des ויצר. Noch weniger befriedigend ist die Annahme von Eranz Delitzsch4, daß die Pflanzenschöpfung am dritten und die Tierschöpfung am fünften und sechsten Tage bloß angefangen, ihre Vollendung aber sich bis nach der Bildung des Menschen hingezogen habe. Dagegen spricht schon das nach den entsprechenden Schöpfungen im ersten Abschnitt befindliche וירא אלקים בי טוב, was bei der unvollendeten Schöpfung des zweiten Tages fehlt (vgl. Raschi zu 1.7). Richtig ist. daß in 2,19 gar nicht gesagt wird, die Tiere seien erst nach dem Menschen erschaffen worden. Man braucht aber nicht mit David Kimchi und Andern ויצר als ein Plusquamperf. zu erklären: vielmehr da die Schrift hier die Zeit der Bildung der Tiere gar nicht bestimmt, so deutet das waw convers. nicht die Zeitfolge, sondern nur die Gedankenfolge an. ויצר ist zurückgreifend, da dies nur Nebensache ist: die Hauptsache, die erzählt werden soll, ist, daß Gott die Tiere zum Menschen brachte, damit er ihnen Namen gebe. Wird man aber fragen, wozu diese Nebenangabe (ויצר וגו׳) hierhergesetzt wurde, so erklärt sich dies einfach, indem der Hauptnachdruck auf מן האדמה gelegt wird. Die Tiere sind ebenso wie der Mensch מן האדמה, also aus demselben Stoffe, gebildet, und deshalb brachte sie Gott dem Menschen, ob er unter ihnen eine ihm geeignete Hilfe finden wird. Dennoch aber ולאדם לא מצא עזר: trotz der Gleichheit des Stoffes existiert eine weite Kluft zwischen Mensch und Tier, die vom ersten Menschen sofort erkannt wurde und zur besonderen Schöpfung des Weibes die Veranlassung gab. Noch weniger Schwierigkeiten bietet der scheinbare Widerspruch zwischen 2,19 und 1,20 bezüglich des Stoffes, aus welchem die Vögel geschaffen worden sind. Schon im Talmud (Chullin 27b) richtet ein Hegemon, namens קונטרוקוס an R. Gamliel die Frage, wie es zu erklären sei, daß nach 1,20 die Vögel aus Wasser geschaffen, während nach 2,19 dieselben, wie die anderen Landtiere, aus Erde gebildet wurden. Es werden dort im Talmud zwei Antworten mitgeteilt. Nach der einen sind