Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 11 (November 1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Probleme der Pentateuchexegese. 393 dachung des Haurän-Gebirges, die für wunder- und heilkräftig gilt, und von der man glaubt, daß sie sich aus sich selbst verjünge- Auch bei unseren Weisen wird eine noch nicht bebaute Erde קרקע בהולה genannt (vergl. Nidda 8b? ebenso ״terra virgo“ bei Plinius). Nach Deut. 21,4 mußte man, wenn ein Mensch von unbekannter Hand ermordet wurde, zur Sühne eine junge Färse an einem solchen jungfräulichen Boden, der nicht bearbeitet und nicht besäet wird, durch Genickschlag töten. Dieser Boden sollte wahrscheinlich an die Erde erinnern. welcher der Mensch entstammt ist. Unsere Schriftstelle will demnach berichten, daß die Erde, aus welcher Gott den Menschen gebildet hat, eine reine jungfräuliche, unbewachsene, ja sogar noch unberegnete und unbearbeitete Erde war. Es war noch kein Gewächs des Feldes auf der Erde, es wuchs noch kein Kraut des Feldes denn es hatte noch nicht einmal regnen lassen der Ewige, Gott, auf die Erde, und noch war niemand da, den Erdboden zu bearbeiten (die Erde war also noch ganz rein und intakt); da stieg ein Nebel auf aus der Erde und tränkte die ganze Oberfläche des Erdbodens; und aus dem Staube dieser (eben erst aus sich selbst, nicht durch Hegen befeuchteten) Erde bildete Gott den Menschen. Die Schrift betont es auch, daß die Erde nicht einmal vom Hegen getränkt war, denn sonst wäre die Erde nicht mehr ganz rein gewesen, da der Hegen in der Mischnah (Nedarim 63a) רביעה genannt wird und der Talmud (Taanith 6b) sagt: מאי לשון רגיעה רבד שרובע את הקרקע בדר״י דאמר״י משרא בעלה דארעא שג' ובו' והולידה והצמיחה. Auch der Midrasch rabba bemerkt zu unserer Stelle: ״Gleich wie die Frau den Teig knetet und die Challa (Hebe) davon abschneidet, so hat auch Gott die Erde durch den Nebel geknetet und den Menschen als Hebe davon abgesondert.^ Wenn aber die Schrift besonders hervorheben muß, daß der Mensch aus reiner, unbewachsener, unbearbeiteter und unberegneter Erde geschaffen wurde, so ist es klar, daß hier die Erzählung von der Schöpfung der Pflanzen in Kap. I vorausgesetzt wird. Denn nur weil nach Kap. I die Samen