Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 11 (November 1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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390 Probleme der Pentateuchexegese. Treue zum Gottesdienst, und alle Kräfte, die der Bekenner des überlieferten Judentums in seinem entsagungs- und opferreichen Leben, wenn es die Erfüllung der Thoragebete galt, erworben und zu seltener Höhe gesteigert, sie werden in den Dienst der Pflicht gestellt, die nun seine einzige Aufgabe ist. Es ist das nicht immer das Ergebnis nüchterner Überlegung. So mancher wird sich des Zusammenhangs gar nicht bewußt. Das Pflichtgemäße zu tun, und mit Aufopferung seines ganzen Selbst zu tun, ist ihm zur zweiten Natur geworden. Jederzeit treu dem Gesetz kämpfte er auch jetzt wie ein Held und starb als Held, wie das Gesetz es befahl. J. W. Probleme der Pentateuchejcegese. Von Sektor Dr. D. Hoff mann, Berlin. Die scheinbaren Widersprüche zwischen den beiden Schöpfungsgeschichten der Genesis. Die Schöpfung des Menschen hätte nach dein einfachen Sinne der Verse Gen. 2,5—7, wie es scheint, noch vor der Schöpfung der Pflanzen stattgefunden. Denn es heißt da: ״Und alle Gewächse des Feldes waren noch nicht auf der Erde, und alles Kraut des Feldes wuchs noch nicht, weil der Ewige, Gott, nicht hatte regnen lassen auf die Erde und kein Mensch da war. den Erdboden zu bearbeiten. Und ein Nebel stieg auf von der Erde und tränkte die ganze Oberfläche des Erdbodens. Und der Ewige, Gott, bildete den Menschen aus Staub vom Erdboden und blies in seine Nase eine lebende Seele, und so ward der Mensch zum lebenden Wesen.a Hier hätten wir es also klar, daß der Mensch vor den Pflanzen geschaffen wurde. Dagegen sind nach Gen. 1,11 ff. die Pflanzen bereits am dritten Schöpfungstage, der Mensch aber nach ibid. V. 26 ff. erst am sechsten Tage geschaffen worden. Dieser Widerspruch ist bereits von sämtlichen alten Kommen-