Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 11 (November 1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Der gesetzestreue Jude und der Krieg. ״Wenn es ein preußischer Befehlshaber als nötig für seinen Zweck bei einem Sturm erachtet, daß die ganze Gefahr auf ein!Regiment falle, so findet er, wie es scheint, nicht die mindeste Schwierigkeit, es zu veranlassen, der sicheren Vernichtung entgegenzugehen, und zwar nicht blindlings.sondern wie unterrichtete Leute, die die ganze Geschichte verstehen, aber weil sie bei dieser Gelegenheit das Sterben zu ihrem Zwecke gemacht haben, es wie jede andere Pflicht des Lebens erfüllen, nicht mit Jubel oder enthusiastisch oder tollkühn, sondern ruhig und nachdenklich, gerade wie sie studieren oder ihr Handwerk betreiben oder den Pflug führen. Sie lassen sich auch nicht einen Zoll breit mehr töten als nötig, aber auch nicht einen Zoll weniger.J) Wir lasen kürzlich anläßlich des Falles von Tsingtau folgende Variante: Wanderer, kommst du zur Heimat, verkündige dorten, du habest Uns hier liegen gesehen, treu dem Kaiser und Reich! Das Ideal von Kaiser und Reich soll wahrlich von uns nicht herabgesetzt werden. Aber der Schriftsteller hat den Gedanken der ursprünglichen Dichtung nicht in seiner Größe erfaßt. Erhabener und von ewiger Geltung klingen die Worte: Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest Uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl. Wir werden nachher zeigen, wie das Staatsgesetz dem thoratreuen Juden zum Religionsgesetz wird und dadurch der echte und besonnene Patriotismus erzeugt wird, der ihn zu den größten Leistungen befähigt. Hier seien zunächst einige Beispiele dafür gebracht, wie die Weihe ererbter Gedankengänge anfeuernd auf den jüdischen Krieger wirkt. Alle drei der Wirklichkeit entnommen, Erlebnisse uns Kahestehender. Da war der eine während des Ausbruchs des Krieges auf einer Eerienreise in Antwerpen. Er flüchtete nach London, und sein ganzes Denken war darauf gerichtet, zu entkommen und sich — er hatte gedient und war bereits Unteroffizier — dem Vaterlande zur Verfügung zu stellen. Tausende deutscher Reservisten in England hatten sich damit abgefunden, dort bleiben zu müssen, er schilderte mir mit Humor, wie sie aufs ג) Angeführt in der Sonntagsbeilage der Yossischen Zeitung No. 33 vom 1A August 1914.