Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1914)
- Date
- 1914-10-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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268 Die biblische Vorschrift über Militärpflicht und Kriegsführung. der die Anerkennung Gottes und die vollendete kampflose Betätigung der zwischen Mensch und Mensch gebotenen Pflichten in sich birgt. Darüber schweigt jedes naturwissen־ schaftlich gegründete System. Das Ergebnis ähnelt sehr dem, das Wohlgemuth in seiner zitierten Schrift erhielt. Wir glauben aber, das Problem von manchen neuen Gesichtspunkten aus betrachtet zu haben. Vor allem wünschte ich durch die Behandlung dieses Themas den Anstoß zu ferneren Untersuchungen auf diesem apologetischen Gebiete zu geben. iu!!!!!i!;!!!i! Die biblische Vorschrift über Militärpflicht und Kriegsführung. Von Rabbiner Dr. L. Rosenthal-Cöln. Das 20. Kapitel des Deuteronomium ist das Armeeverordnungsblatt der heiligen Schrift. Es beginnt mit einer allgemeinen Einleitung, die kraftvoll betont, daß im Kriege das Zahlenverhältnis der streitenden Heere nicht ausschlaggebend ist: ״Wenn du zum Krieg wider deinen Feind ausziehst und gewahrst Roß und Wagen, auch zahlreichere Mannschaft als du — fürchte dich nicht vor ihnenla Sodann folgen zwei Anreden, eine des zu diesem Amte besonders ernannten und gesalbten Feldpriesters, und die andere der Militärbeamten an das versammelte Kriegsvolk. I. Von diesen beiden Ansprachen, die den ersten Teil des Kapitels bilden, geht, wie der Talmud durchaus logisch und sachgemäß interpretiert, die an zweiter Stelle stehende der ersten zeitlich voran; sie betrifft die Teilnahme am Kriegszuge überhaupt und wurde — nach Talmud, Traktat Sota — beim Überschreiten der Landesgrenze gehalten, während die Anrede des Feldpriesters die begeisternde Aufmunterung zum furchtlosen Kampf unmittelbar vor der Schlacht selbst enthält. In-