Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1914)
- Date
- 1914-10-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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362 Zur Denszendenztheorie. müssen, um hierauf zu antworten, uns dessen bewußt werden, daß dies nur eine Spezialfrage ist. Es handelt sich allgemein darum, ob und wie die ״Objekte der Erscheinungswelt“ in die Metaphysik, die von Dingen spricht, die unabhängig von den wahrnehmenden Individuen sind, hinübergenommen werden können. Der Materialismus verkennt fundamental, daß seine empirisch gewonnenen Resultate ״seine“ Resultate sind, entsprechend dem Grundsätze der Phänomenologie: ich habe bewußte Erfahrung. Hierunter sind immer nur ״wirkliche“, aber keine ״realen“ Tatsachen verstanden1). Die Realisierung kann nur durch Abstraktion des ״Ich“ von den Objekten der Erscheinungswelt geschehen. Dieser Forderung, die die induktive Metaphysik mit Recht aufstellt, ist noch in keinem Falle, auch nicht in dem vorliegenden der Deszendenzlehre, Genüge geschehen. H. Wir bemühten uns bisher zu zeigen, daß die Theorie gemäß den Ergebnissen der Forschung wie der Analyse der Philosophie des Organischen nicht unanfechtbar dasteht, wie die Faktoren, denen zufolge sie angeblich in der Geschichte sich abgerollt haben soll, weder eine hinreichende noch notwendige, ja nicht einmal wahrscheinliche Begründung für sie bilden. Dann wiesen wir noch zuletzt darauf hin, wie auch eine empirisch nicht angreifbare Lehre noch keinen Anspruch auf absolute Wahrheit hätte. Wir schreiten nunmehr zu der Frage: welche Entstehung lehrt uns die Thora? Läßt sie eine Deszendenz zu? Denn die oben angeführten Zweifel hatten nichts zu tun mit der Lehre der Schrift. Wir werden keine Lösung bringen. Nur eine Beantwortung anzubahnen kann unsere Aufgabe sein. Eine breite und sichere Basis haben wir unzweifelhaft in der Lehre von der Schöpfung, von der die Entstehung der Organismen nur ein Teilproblem ist. Dieser Ausgangspunkt ist schon deshalb ganz unumgänglich, weil hier unserer Meinung *) s. hierzu O. Külpe: Die Realisierung 1.1910. Wirklich sind ihm die sicheren Bewußtseinsinhalte real die Dinge an sich.