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Jeschurun · 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 10 (Oktober 1914)
Date
1914-10-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Zur Deszendenztheorie. 355 aufgefaßt wird, in seiner ontogenetisclien Entwickelung andeutet, daß es, um aus dem einzelligen Ei zu entstehen, kontinuierliche Vorstufen zn durchlaufen hatte, ohne darum ein Spiegel der Auseinanderentstehung der Organismen zu sein. Diese Auffassung gewinnt an Bedeutung, wenn wir mit großen Forschern (s. o.) eine polyphyletische Schöpfung annehmen. Da diese Annahme die voneinander unabhängige Entstehung verschieden hoch entwickelter Spezies zu gleicher oder verschiedener Zeit in sich birgt, ist die von uns geäußerte Erklärung u. E. die einzige Möglichkeit die in ihnen vorhandenen Homologien kausal zu verknüpfen. Nach Hertwig nämlich gäbe es zu Erklärung für homologe Formenbildung zwei Möglichkeiten: 1. die Deszendenz, 2. die von uns gegebene Erklärung für die polyphyletisch entstandenen Formen. Der Ausgangspunkt bezw. der Urheber der Gesetzmäßigkeit ist nach unserer Erklärung allerdings dann außerhalb der Materie, ist der in der Erscheinungswelt realisierte Schöpfungsplan. Ohne auf die Paläontologie einzugehen, welche für die in Frage stehende Theorie nur dann Beweiskraft hätte, wenn morphologisch keine Bedenken vorlägen, möchten wir uns einer noch nicht in Klarheit ausgesprochenen Frage zuwenden: Seichen die genannten Zweige der Biologie aus, um der Hypothese eine solch allgemeine, alles überragende und gesicherte Stellung zu verschaffen? Diese Frage — wohl gemerkt — lautet noch nicht, ob die Theorie Anspruch auf einen Platz in einer Weltanschauung hat. Lediglich naturwissenschaftlich, biologisch ist die Problemstellung vorläufig. Auch möge man nicht glauben, daß diese Skepsis gerade im Neovitalismus wurzeln muß; sie kann ebensogut von Mechanisten geteilt werden. Ich meine, daß zu den biologischen Faktoren nicht lediglich die Lehre von der Form und der Formwerdung sowie Formspezialisierung gehört, sondern auch die chemische Beschaffenheit der die Zelle und Gewebe erfüllenden Materie, an die das Leben gebunden ist. Wir wollen in folgendem auf chemische Bestandteile eingehen, die sicherlich für die Arten so charakteristisch sind wie die Formen, die wir bei

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