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Jeschurun · 1914-10-01 · Heft 10 (Oktober 1914) · page 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 10 (Oktober 1914)
Date
1914-10-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Zur Deszendenztheorie. 351 Zur Deszendenztheorie. Von Oskar Wolfsberg, Hamburg Der weiteren Öffentlichkeit ist über den Standpunkt des jüdischen Schrifttums gegenüber der als Deszendenztheorie bezeichneten Lehre der Entwickelung der Organismen aus niederen Formen wohl nur durch die Schrift des Herausgebers dieser Zeitschrift1) Kunde geworden. Da seitdem eine geraume Zeit verstrichen ist, in der die Wissenschaft um manche Erkenntnis reicher geworden, da endlich jene zitierte Schrift mehr aus dem Ereignis heraus entstand, so erscheint eine neue Darlegung, die freilich dem uns zur Verfügung stehenden Baume entsprechend nicht ausführlich sein kann, angebracht. I. Der Weg, der zunächst eingeschlagen werden soll, hat nichts spezifisch Jüdisches. Er ist eine naturwissenschaftliche Auseinandersetzung und sucht mit gleichen Waffen zu kämpfen. Bei einer Untersuchung der Deszendenztheorie hat man zwischen drei Dingen zu unterscheiden: 1. der Theorie selbst als eine Erklärung für das System der Welt der Organismen, sowie den Anzeichen, die in dem Bau der Tiere für sie sprechen, 2. den Faktoren, die die in der Deszendenzlehre ausgesprochene Entwickelung bewirkten (Lamarckismus und Darwinismus) und 3. der Lehre als philosophisches System. 1. In der universalsten, freilich auch am meisten dogmatischen Form ist die Lehre von Haeckel und seinen Schülern vertreten worden. Ohne auf die intime Zellstruktur, an der sich die Entwickelung nach irgend einem Gesetze abspielen müßte, einzugehen, erachtet er es als eine der organischen Materie innewohnende Fähigkeit, sich im Einklang mit dem Selektionsprinzip von einem Urwesen aus immer weiter zu entwickeln. Dieser Auffassung sind Gegner erstanden, die diese Theorie J. Wohlgemut, Die Vorträge des Pater E. Wasmann, Verlag des Israelit, Frankfurt a. M 1907. 24

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