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Jeschurun · 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 8-9 (August 1914)
Date
1914-08-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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w₪m₪₪m₪₪₪Ba₪m₪m₪m₪₪₪m₪₪m₪a^₪m₪₪₪m₪₪K₪₪₪₪ma Die Beurteilung des Judentums usw. 293 Oder ist Lessings Stellungnahme so freundlich, daß wir ihr nichts hinzuzufugen haben? Gewiß ist zu beachten, daß Lessing einen Juden als Träger reinster Humanitätsideale hinstellt, und zwar einen Juden, der mit Andersgläubigen verkehrt, diese Ideale aber offenbar nicht von Christen übernommen hat, Man kann also nach Lessing zu vollendeter Gottergebenheit kommen, ohne durch das Christentum irgendwie beeinflußt zu sein. Es ist nicht wahr, daß man ״nur durch Vermittlung des Sohnes zum Vater komme״'־. Die Türe zum Vater steht jedem offen, auch dem Juden. So selbstverständlich dies uns erscheint, so wenig dem Christen. Den Glauben an die alleinseligmachende Kraft der christlichen Religion läßt ja auch die moderne christliche Theologie nicht völlig fallen; er tritt vielfach noch in der Form auf, daß wahre und echte Religiosität zwar auch außerhalb des Christentums, aber doch nur unter seinem unmittelbaren oder mittelbaren Einfluß gedeihen könne. So kam man denn zu der vorwurfsvollen Frage, ob sich Lessing bewußt war, daß er Nathan, den Juden, ״aus dem Schatz christlicher Bildung erschuf“. Und schlimmer noch als der Vorwurf ist die Verteidigung, die man wohl versucht hat: Lessing habe einen Juden zum Träger seiner Ideale gemacht, um zu zeigen, daß man auch von dem Boden der stolzesten, exklusivsten Religion aus zu Selbstüberwindung und Humanität gelangen könne. Gegen diesen Gedankengang ist nun aber zu betonen, daß Lessing dessen Voraussetzung nie und nirgends geteilt hat. Niemals hat er zugegeben, daß das Christentum in irgendwelchem Sinn die einzige Quelle reinen religiösen Empfindens sei. Und unter den Vorwürfen, die er gegen das Judentum erhebt und auf die wir noch zurückkommen, befindet sich nirgends derjenige besonderer Unduldsamkeit. Vielmehr hat der Dichter mit unverkennbarer Absicht den christlichen Wahn, die bessere Religion oder auch nur den ״erträglicheren Aberglauben“ (IV 4) zu besitzen, bekämpft. Die Angriffe, die er gegen das christliehe Dogma richtet, und die Figuren des Patriarchen und der

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