Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1914-08-01 · Heft 8-9 (August 1914) · page 31

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
1 (1914)
Issue
Heft 8-9 (August 1914)
Date
1914-08-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2292929-2292930-2292938--00326-2293561
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die ״Chuppah“. 283 den מנהנ אשכנז und bemerkt ונוהגי; באשכנז שעושין אפריון למושב החתן והכלה והוא נקרא הופה. Im אה״ע סימן י״א) שולחן ערוך) heißt es, man stelle die Ckuppah unter freiem Himmel1) auf als Symbol für die Neuvermählten שיהיה זרעם כבבבי השמים. Immerhin bleibt die Frage offen, worauf der oben erwähnte מנהג אשכנז, der die Chuppah nicht kennt, zurückzuführen sei. Um diesen מנהג zu begründen, sei gleich bemerkt, daß nach dem Talmud die Chuppah gleichsam den Schlußakt der Hochzeitsfeier bildete. Nur versteht der Talmud unter Chuppah etwas ganz anderes als der Schulchaa Aruch. Nach dem Talmud ist die Chuppah ein Gemach, nach dem Schulchan Aruch ist es eher ein Baldachin, gleichsam als Symbol eines Gemaches. Die חופת התנים wurde schon zur Zeit des Talmuds abgeschafft (vgl. אף על חופת התנים גזרו, Sota 49 b) und an ihre Stelle trat die פפירית, die Rascki mit כיפה של מעגלי עץ übersetzt, also unser üblicher Chuppah-Baldachin. Ferner ist zu bemerken, daß Mischnah und Talmud unter Hochzeit oder Trauung etwas ganz anderes verstanden haben als wir2). Der eigentliche Trauungsakt fand gleich nach der Verlobung (קידושין) statt. Gleich nach der Verlobung galt die Braut in vieler Hinsicht als die Frau ihres Verlobten. Man gab ihr nur eine Frist von 12 Monaten, um ihre Ausstattung zu besorgen. Nach dieser Frist fand die Chuppah statt, d. h. das Zusammenführen des 1) Aus einer andern Stelle geht jedoch hervor, daß die Chuppah in der Synagoge aufgestellt wurde. In Jore Dea 391,3 heißt es: Einem אבל ist es gestattet, die Chuppah zu besuchen, die in der Synagoge aufgestellt ist, um die ברכות zu hören. In בית שמואל zu אה״ע heißt es גיטין וקדושין רגילין וגו׳ בביהככ״ס. Aus Tossafot s. v. אין שמחה (Sukka 25 b) ist ersichtlich, daß ursprünglich die Trauungen im geschlossenen Raume stattfanden; nur wenn ein großer Andrang war, fand die Trauung unter freiem Himmel statt. 2) Vgl. Tossaphot a. a. O. Unter Chuppah ist der Aufenthaltsort des Bräutigams und der Braut zu verstehen (בלקום עיקר ישיבת חתן וכלה קרי לית חופת שאין דעתו לתניח חופת אלא כדי לאכול בסוכת ואתר פך חרזר לחופתו אבל אם תולך לבית אחר וכו׳ גם שם בקראח חופת. Daraus geht deutlich hervor, daß unter Chuppah der Ort zu verstehen ist, wo die eigentliche Hochzeitsfeier stattfindet, nicht aber der Baldachin. Vgl. auch den Talmud (a. a. O.) וליעבדו חופה בסוכה und die Antwort darauf.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.