Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 1 (1914)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1914)
- Date
- 1914-08-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Die ״Chuppah“. 281 Trauungsaktes. In diesen Ländern ist die Chuppab das Ziel der Sehnsucht aller Heiratsfähigen und Heiratslustigen beiderlei Geschlechts. Wie die deutsche Jungfrau sich wünscht, unter die Haube zu kommen, so wünscht sich das heiratslustige jüdische Mädchen, ״unter die Chuppah zu kommen״. Der heiratslustige junge Mann wünscht sich hingegen ״unter der Chuppah zu stehen״ und die Eltern ״ihr Kind unter die Chuppah zu führen1)״. Die Institution der Chuppah als wesentlicher Bestandteil der Hochzeitsfeier ist uralt. In der Thora kommt zwar der Ausdruck Chuppah nicht vor2), hingegen einige Male in den Propheten und Hagiographen. Den Aufgang der Sonne vergleicht der Psalmist mit einem Bräutigam, der die Chuppah verläßt, woraus scheinbar hervorgeht, daß die Chuppah als der Aufenthaltsort des Bräutigams bezeichnet wurde3). In Joel heißt es eher umgekehrt: ״Es verlasse der Bräutigam sein Gemach und die Braut ihre Chuppah״ (Kap. 2,16). Die Chuppah scheint daher ein Gemach gewesen zu sein, das für Bräutigam und Braut hergerichtet war und beiden Neuvermählten als Aufenthaltsort diente4). Sehr häufig ist in der Mischnah5 6) von Chuppah die Bede und am häufigsten im Talmud. ג) Dieser Ausdruck ist übrigens auf eine talmudische Redewendung zurückzuführen. Vgl. ״ עייליה לחופהer führte ihn in die Chuppa“ (Berachot 25 b), הככסת כלה! לחופה (Sukka 49b), מככיסין דגר׳ דאת החתן לחרפה (Kethuboth 3 b), לא להככיס את בכי לחופה וגו׳ (Lev. R. 20), woraus übrigens hervorgeht, daß nicht immer die Väter (die Eltern) ihre Kinder zur Chuppah führten. 2) Zu כלפים וחפים (I- B. M. K. 46,21) bemerkt der Talmud (Sota 36b), Benjamin habe einen seiner Söhne חפים genannt zur Erinnerung an seinen verschollenen Bruder Josef הוא לא ראה בחופתי ואכי בחופתו. *) Vergl. קול חתנים מחפתם. 4) Dieses Gemach scheint in der Regel der Vater des Bräutigams hergegeben zu haben. Vgl. פלפול לאדם שעשה חופה לבנו (Sanhedrin 108a und v. a. St.) Die Mutter Moses machte ihm eine Chuppah, da sie sprach: שכלא לא אזכה בחופתו (Sota 12b). Vgl. auch Chullin 83a. 6) Vgl. בן י״ח לחופה, ferner Sota 8, 7 und 9,14. Hier wird חיפה auch אפיריון genannt. Maimonides (im פירוש המשכיות) übersetzt אפיריון mit אהל- Vgl. auch הושיבה באפיריון (Sota 12 a). Vgl. auch den רא״ש